{"id":1029,"date":"2012-05-30T17:35:48","date_gmt":"2012-05-30T15:35:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.energiewendeheilbronn.de\/blog\/?p=1029"},"modified":"2012-05-30T17:37:57","modified_gmt":"2012-05-30T15:37:57","slug":"3-800-kilometer-neue-stromtrassen-sind-nicht-alternativlos-sondern-teuer-und-konservieren-das-oligopol","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/2012\/05\/30\/3-800-kilometer-neue-stromtrassen-sind-nicht-alternativlos-sondern-teuer-und-konservieren-das-oligopol\/","title":{"rendered":"3.800 Kilometer neue Stromtrassen sind NICHT alternativlos &#8211; sondern teuer und konservieren das Oligopol"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Netzentwicklungsplan soll zentralistische Strukturen konservieren<\/p>\n<p>Die deutsche Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die \u00dcbertragungsnetzbetreiber suggerieren den deutschen B\u00fcrgern, dass der Bau von 4.000 km neuen Stromtrassen eine unausweichliche Notwendigkeit sei, ohne die die Energiewende nicht zu realisieren ist. Doch dem ist nicht so.<\/p>\n<p>Was als unvermeidbar dargestellt wird, ist in Wirklichkeit eine ganz bewusste Entscheidung, genau diejenigen Versorgungs- und Machtstrukturen zu bewahren und sogar auszubauen, die durch den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren zur\u00fcckgedr\u00e4ngt worden sind.<!--more--><\/p>\n<p>Aber schon der Szenariorahmen f\u00fcr den Netzentwicklungsplan im vergangenen Jahr war ganz auf zentralistische Strukturen ausgerichtet. Es ist sehr bedauerlich, dass schon damals berechtigte Kritik nicht aufgenommen wurde und reale Entwicklungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien einfach \u00fcbersehen wurden.<\/p>\n<p>Viele Bundesl\u00e4nder betreiben inzwischen eine Raumordnung, die es erlaubt, die lokalen und regionalen Potenziale zur regenerativen Stromerzeugung besser und systematischer auszusch\u00f6pfen. Bundesl\u00e4nder wie Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, aber inzwischen auch Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg machen durch ihre Ausbaupl\u00e4ne den Entwurf des nationalen Netzentwicklungsplans schon jetzt obsolet.<\/p>\n<p>&#8222;Gerade der dezentrale Ausbau der Erneuerbaren Energien bietet die Chance, Strom genau dort zu erzeugen, wo er ben\u00f6tigt wird. Unn\u00f6tig gro\u00dfe Distanzen zwischen dem Ort der Erzeugung und dem Ort des Verbrauchs lassen sich so vermeiden und die erforderliche L\u00e4nge neuer Stromtrassen deutlich reduzieren&#8220;, so Peter Droege, Pr\u00e4sident von EUROSOLAR.<\/p>\n<p>Dies gilt insbesondere f\u00fcr den Einsatz der Photovoltaik. In den deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten, Metropolregionen und Industriezentren, deren Netze gro\u00dfe Mengen Solarstrom aufnehmen k\u00f6nnen, besteht noch ein enormer Nachholbedarf beim Ausbau der Photovoltaik, die es in nur wenigen Jahren geschafft hat, ihre Kosten deutlich zu senken und signifikante Strommengen zu liefern, wie es j\u00fcngst das Pfingstwochenende deutlich gezeigt hat.<\/p>\n<p>Dies gilt aber auch f\u00fcr den Ausbau der Onshore-Windenergie. Moderne Windstromanlagen erbringen an vielen Standorten im Binnenland hervorragende Ertr\u00e4ge, ihre Stromgestehungskosten sind bereits heute nicht mehr h\u00f6her als die von neu errichteten Stein- und Braunkohlekraftwerke, die dar\u00fcber hinaus enorme externe Kosten und Klimasch\u00e4den verursachen.<\/p>\n<p>&#8222;Windstrom aus dem Hunsr\u00fcck, Westerwald oder Taunus in die Metropolregion Rhein-Main-Neckar, vom Niederrhein und dem M\u00fcnsterland in das Ruhrgebiet oder von der Schw\u00e4bischen Alb in die Lastzentren Baden-W\u00fcrttembergs zu transportieren, ist eine ungleich geringere Herausforderung als gigantische Stromtrassen von der Nordsee bis in den S\u00fcden Deutschlands zu errichten und erm\u00f6glicht gleichzeitig eine breite regionale Wertsch\u00f6pfung. Die vielen 100%-Erneuerbare-Energien-Regionen in Deutschland zeigen deutlich, dass man vor Ort lieber aktiver Teilhaber der Energiewende sein m\u00f6chte und nicht nur Hinterland f\u00fcr Stromtrassen&#8220;, so Axel Berg, Vorstandsvorsitzender der EUROSOLAR-Sektion Deutschland.<\/p>\n<p>Es ist auffallend, dass bei der Debatte um die Photovoltaik st\u00e4ndig deren angeblich so hohe Kosten ins Feld gef\u00fchrt werden, w\u00e4hrend hier ganz bewusst eine Richtungsentscheidung getroffen wird, die ohne Notwendigkeit zu hohen Kosten \u00fcberkommene Strukturen konserviert.<\/p>\n<p>&#8222;Der nun vorliegende Entwurf des nationalen Netzentwicklungsplans ist unter einer falschen Pr\u00e4misse entstanden. Denn das Ziel ist eben nicht die Wahrung der privatwirtschaftlichen Interessen von Stromkonzernen und \u00dcbertragungsnetzbetreibern, sondern eine erfolgreiche Energiewende. Nun liegt es an den betroffenen Bundesl\u00e4ndern, eine Revision des Netzentwicklungsplans einzufordern&#8220;, schlussfolgert Irm Scheer-Pontenagel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von EUROSOLAR.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/eurosolar.de\/de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=1647&amp;Itemid=379\" target=\"_blank\">Pressemitteilung von EUROSOLAR, Bonn, 30. Mai 2012<\/a><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch der BUND \u00e4u\u00dfert sich in diese Richtung:<\/p>\n<blockquote><p>3.800 Kilometer neue Stromtrassen sind nicht alternativlos<\/p>\n<p>F\u00fcr den Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist der heute von den Netzbetreibern vorgestellte &#8222;Netzentwicklungsplan 2012&#8220; (NEP) nicht alternativlos. Der Ruf nach dem Neubau von 3.800 Kilometern neuer Stromautobahnen ber\u00fccksichtige nicht die k\u00fcnftigen Entwicklungen im deutschen Strommarkt. Diese h\u00e4tten Auswirkungen auf den Netzbedarf und m\u00fcssten deshalb in die Planungen einbezogen werden, sagte der BUND-Energieexperte Werner Neumann.<\/p>\n<p>Die Minderung des Stromverbrauchs und ein beschleunigter Ausbau der Windenergie im S\u00fcden Deutschlands k\u00f6nnten einen Gro\u00dfteil der geplanten Leitungen \u00fcberfl\u00fcssig machen. &#8222;Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht oder die direkt vor Ort erzeugt wird, muss nicht quer durch Deutschland transportiert werden. Und das ist die Zukunft der Energieversorgung&#8220;, sagte Neumann.<\/p>\n<p>Der BUND forderte die Bundesnetzagentur auf, im Rahmen der vorgeschriebenen strategischen Umweltpr\u00fcfung (SUP) s\u00e4mtliche Alternativen zu den vorgeschlagenen Netzausbauvorhaben zu pr\u00fcfen. Dabei m\u00fcsse es darum gehen, die Auswirkungen neuer Stromtrassen auf Natur und Anwohner zu minimieren.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn es Alternativen gibt, die den Ausbaubedarf verringern, dann m\u00fcssen sie ebenfalls gepr\u00fcft werden und im Zweifel Vorrang erhalten&#8220;, sagte der BUND-Experte. &#8222;Nicht eintreten darf, dass jetzt der Neubau m\u00f6glichst vieler Trassen forciert wird. Viele davon k\u00f6nnten sich schon in wenigen Jahren als Fehlplanungen erweisen&#8220;, so Neumann.<\/p>\n<p>Der BUND-Experte lobte hingegen, dass im Netzentwicklungsplan ein wesentlicher Teil der neuen Leitungen als HG\u00dc-Gleichstromkabel (Hochspannungs-Gleichstrom-\u00dcbertragung) vorgesehen sei. Gleichstromkabel entlasteten die Anwohner von den negativen Auswirkungen elektromagnetischer Felder.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bund.net\/nc\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/artikel\/3800-kilometer-neue-stromtrassen-sind-nicht-alternativlos\/\" target=\"_blank\">Pressemitteilung des BUND, Berlin, 30.05.2012<\/a><\/em><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Netzentwicklungsplan soll zentralistische Strukturen konservieren Die deutsche Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die \u00dcbertragungsnetzbetreiber suggerieren den deutschen B\u00fcrgern, dass der Bau von 4.000 km neuen Stromtrassen eine unausweichliche Notwendigkeit sei, ohne die die Energiewende nicht zu realisieren ist. Doch dem ist nicht so. Was als unvermeidbar dargestellt wird, ist in Wirklichkeit eine ganz bewusste Entscheidung, genau [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1029"}],"collection":[{"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1029"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1029\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1031,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1029\/revisions\/1031"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1029"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1029"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1029"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}