{"id":1070,"date":"2012-06-29T23:19:24","date_gmt":"2012-06-29T21:19:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.energiewendeheilbronn.de\/blog\/?p=1070"},"modified":"2012-06-29T23:19:24","modified_gmt":"2012-06-29T21:19:24","slug":"netzentwicklungsplan-dreiste-rechentricks-stromleitungen-fur-mehr-kohlekraft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/2012\/06\/29\/netzentwicklungsplan-dreiste-rechentricks-stromleitungen-fur-mehr-kohlekraft\/","title":{"rendered":"Netzentwicklungsplan &#8211; dreiste Rechentricks &#8211; Stromleitungen f\u00fcr mehr(!) Kohlekraft"},"content":{"rendered":"<p>Schon in einem <a title=\"3.800 Kilometer neue Stromtrassen sind NICHT alternativlos \u2013 sondern teuer und konservieren das Oligopol\" href=\"http:\/\/www.energiewendeheilbronn.de\/blog\/2012\/05\/30\/3-800-kilometer-neue-stromtrassen-sind-nicht-alternativlos-sondern-teuer-und-konservieren-das-oligopol\/\">Post vor einem Montat<\/a> waren Informationen zum  Netzentwicklungsplan zusammengestellt, der schon auf den ersten Blick  vor allem dazu dient zentralistische Monopol-Strukturen bei der  Energieerzeugung zu bewahren.<\/p>\n<p>Inzwischen hat der BUND eine genauere Analyse des Zahlenmaterialis  vorgenommen und hat dreiste Rechentricks der Netzbetreiber aufgedeckt:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Netzbetreiber tricksen bei Strommengen aus Kohlekraftwerken \u2013 BUND: Netzentwicklungsplan so nicht tragbar<\/strong><\/p>\n<p>Die Netzbetreiber gehen bei ihren  Planungen zum Netzausbau von einer  viel zu hohen k\u00fcnftigen Strommenge  aus Kohlekraftwerken aus. Dies ist  das Ergebnis einer Analyse des  Netzentwicklungsplans, die der BUND  vorgelegt hat. Die prognostizierten  Strommengen aus Kohlekraftwerken f\u00fcr  das Jahr 2022 l\u00e4gen mit fast 250  Terawattstunden (TWh) bis zu 100 TWh  \u00fcber den aktuellen Annahmen in den  Energieszenarien der Bundesregierung.  Rein rechnerisch entspr\u00e4che  dieser Unterschied der Stromproduktion von  \u00fcber 30 Kohlekraftwerken und  einem Mehr-Aussto\u00df von etwa 90 Millionen  Tonnen CO2 im Jahr 2022. Mit  diesen Zahlen w\u00fcrden sich die Netzbetreiber  weit von der gesetzlichen  Vorgabe entfernen, die Netzausbauplanung nach  den energiepolitischen  Zielen der Bundesregierung auszurichten, so der  BUND.<\/p>\n<p>&#8222;Die unrealistisch hohen Annahmen der  Netzbetreiber stehen  im krassen Widerspruch zu dem Trend, dass durch  den erfolgreichen  Ausbau der erneuerbaren Energien die Produktion von  Kohlestrom  zur\u00fcckgeht. Folge dieser Prognose w\u00e4re ein  ungerechtfertigter,  \u00fcberdimensionierter Ausbau des Stromnetzes&#8220;, so der  BUND-Vorsitzende  Hubert Weiger.<!--more--><\/p>\n<p>Zur Anhebung der Strommengen h\u00e4tten die   Netzbetreiber einen Rechentrick verwendet. Zwar h\u00e4tten sie die von der   Bundesnetzagentur vorgeschriebene reduzierte Leistung von   Kohlekraftwerken f\u00fcr ihre Berechnungen akzeptiert. Gleichzeitig h\u00e4tten   sie jedoch die Auslastung, also die Leistungsdauer der Kohlekraftwerke   in ihren Annahmen drastisch erh\u00f6ht und damit auch die produzierte   Strommenge.<\/p>\n<p>&#8222;Mit dieser Manipulation von Zahlen hebeln  die  \u00dcbertragungsnetzbetreiber die Energiewende doppelt aus: indem der  Weg  f\u00fcr mehr Kohlekraft frei und der Bev\u00f6lkerung der Netzausbau madig   gemacht wird. Diese Taschenspielertricks d\u00fcrfen die Bundesnetzagentur   und die Bundesregierung auf keinen Fall als Grundlage f\u00fcr die weitere   Netzplanung akzeptieren&#8220;, forderte Weiger. Die Netzbetreiber m\u00fcssten   ihren Plan umgehend \u00fcberarbeiten und die Strommengen den   energiepolitischen Zielen der Bundesregierung anpassen.<\/p>\n<p>Die  derzeitige Netzplanung diene neben  der besseren Auslastung von fossilen  Kohlekraftwerken m\u00f6glicherweise  auch dem Ziel, neue Kohlekraftwerken  bauen zu k\u00f6nnen, kritisierte der  BUND. So l\u00e4gen die Annahmen der  Netzbetreiber zur k\u00fcnftigen Auslastung  von Braunkohlekraftwerken mit  8000 Volllaststunden im Jahr 2022 nicht  nur deutlich \u00fcber dem heutigen  Durchschnittswert sondern auch \u00fcber dem,  was technisch f\u00fcr die derzeit  vorhandenen Kraftwerke leistbar sei.<\/p>\n<p>Weiger: &#8222;Der Ausbau eines   \u00fcberdimensionierten Stromnetzes, um darin Strom aus Kohlekraftwerken   besser transportieren zu k\u00f6nnen, w\u00e4re pures Gift f\u00fcr die Energiewende   und das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung. Die   Energiewende ist nur dann erfolgreich, wenn alte zentrale und fossile   Energietr\u00e4ger schnell an Marktanteilen verlieren. Nur dann findet der   Ausbau der Netze auch die Akzeptanz der B\u00fcrger, ohne die die   Energiewende nicht m\u00f6glich ist.&#8220;<\/p>\n<p>Klar sei, dass f\u00fcr die  Integration der  erneuerbaren Energien die Stromnetze in Deutschland um-  und ausgebaut  werden m\u00fcssten. Allerdings d\u00fcrfe es nicht vorschnell zur  Festlegung auf  mehrere Nord-S\u00fcd-Stromautobahnen kommen. Vorher m\u00fcssten  alle  M\u00f6glichkeiten des Ausbaus der erneuerbaren Energien im S\u00fcden des  Landes  gepr\u00fcft und dann in den Entwicklungsplan einbezogen werden.<\/p>\n<p>&#8222;Es  darf nicht sein, dass jetzt der  Neubau m\u00f6glichst vieler Trassen  forciert wird. Viele davon k\u00f6nnten sich  schon in wenigen Jahren als  Fehlplanung erweisen&#8220;, so Weiger. Um seine  Kritik und  \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge an dem Netzentwicklungsplan  einzubringen, werde der  BUND bis zum 10. Juli eine Stellungnahme im  Konsultationsverfahren der  Netzbetreiber einreichen.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bund.net\/nc\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/artikel\/netzbetreiber-tricksen-bei-strommengen-aus-kohlekraftwerken-bund-netzentwicklungsplan-so-nicht\/\">BUND-Pressemitteilung mit Download-Link zur BUND-Analyse &#8222;Kein Netzausbau f\u00fcr Kohlekraft&#8220;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon in einem Post vor einem Montat waren Informationen zum Netzentwicklungsplan zusammengestellt, der schon auf den ersten Blick vor allem dazu dient zentralistische Monopol-Strukturen bei der Energieerzeugung zu bewahren. 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