{"id":187,"date":"2011-05-25T18:55:02","date_gmt":"2011-05-25T16:55:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.energiewendeheilbronn.de\/blog\/?p=187"},"modified":"2011-05-25T18:55:02","modified_gmt":"2011-05-25T16:55:02","slug":"desertec-afrikanische-staaten-warten-nicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/2011\/05\/25\/desertec-afrikanische-staaten-warten-nicht\/","title":{"rendered":"Desertec? Afrikanische Staaten warten nicht"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr Furore sorgt seit 2009 der Plan einiger deutscher Konzerne, bis 2050 in Nordafrika gro\u00dfe Solarkraftwerke zu bauen und damit 15% des Europ\u00e4ischen Strombedarfs zu produzieren.<\/p>\n<p>Der Haken daran: Wenn die Energiewende schnell ablaufen soll bzw. muss &#8211; dann geht das nur dezentral, wenn hunderttausende oder gar millionen Menschen weltweit aktiv werden &#8211; und nicht durch Konzerne die erstmal darauf warten m\u00fcssen, dass ihre alten Kraftwerke abgeschrieben sind. Weil Desertec so umfangreich und kostenintensiv ist, k\u00f6nnte er nur aufgehen, wenn man den Ausbau der Erneuerbaren Energien bei uns willk\u00fcrlich stoppen w\u00fcrde, so Hermann Scheer 2009 in einem <a href=\"http:\/\/www.eurosolar.de\/de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=1161&amp;Itemid=324\" target=\"_blank\">Interview mit dem Manager-Magazin<\/a>, &#8222;Diese Konzerne verfolgen das Ziel, die Strukturen der heutigen  Energieversorgung in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien zu  verl\u00e4ngern. Desertec bedeutet Strom von einem einzelnen Konsortium, das  Produktionsanlagen wie Transportleitungen kontrolliert. Es ist ein Weg,  auch Solarstrom unter Monopolbedingungen herzustellen.&#8220;<\/p>\n<p>Bis Desertec irgendwann 2050 oder so mal Strom liefern soll warten die afrikanischen Staaten aber nicht. Sie nehmen die Energiewende selbst in die Hand. <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Afrikanische-Staaten-entwickeln-Desertec-Konkurrenz-1250147.html\" target=\"_blank\">Heise online schreibt heute<\/a>:<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Noch in diesem Jahrzehnt sollen in Nordafrika Solar- und Windkraftwerke mit tausenden Megawatt Leistung ans Netz gehen. Nach Europa wird dieser Strom allerdings \u2013 noch \u2013 nicht flie\u00dfen, berichtet Technology Review in seiner neuen Ausgabe 6\/2011 (ab morgen am Kiosk oder ab sofort im heise Shop online zu bestellen).<\/p>\n<p>Marokko, das derzeit noch mit einem Anteil von 97 Prozent am Tropf ausl\u00e4ndischer Strom-, Gas- und \u00d6llieferanten h\u00e4ngt, will bis 2019 Solarkraftwerke mit 2000 MW Leistung an f\u00fcnf Standorten bauen. Die Finanzierung f\u00fcr das erste 500-MW-Parabolrinnen-Kraftwerk in Ouarzazate wird vom Clean Technology Fund der Weltbank unterst\u00fctzt. Zus\u00e4tzlich zu den etwa 9 Milliarden Euro teuren Solarkraftwerken forciert Marokko den Bau von \u00fcber zehn Windparks entlang des Atlas-Gebirges und an der Atlantikk\u00fcste. &#8222;Mit diesen weiteren 2000 Megawatt wollen wir bis 2020 28 Prozent des marokkanischen Strombedarfs mit Wind und Sonne decken&#8220;, sagt Abdellah Griech, verantwortlich f\u00fcr erneuerbare Energien beim marokkanischen Energieversorger One.<\/p>\n<p>Fast alle arabischen Staaten k\u00f6nnen Pilotprojekte oder eine Strategie zum Ausbau der regenerativen Energien vorweisen&#8220;, so Hassine Bouzid von der Arabischen Liga. Je gr\u00f6\u00dfer \u2013 wie in Marokko \u2013 die Abh\u00e4ngigkeit von Energieimporten ist, desto ambitionierter scheinen die Pl\u00e4ne. So will Jordanien bis 2020 seinen Anteil an gr\u00fcnem Strom von einem auf 10 Prozent steigern. Mit etwa 600 MW Leistung sollen Windparks in der Ma\u2019an-Region, im Wadi Araba und an weiteren f\u00fcnf Standorten die stetig starken Winde im ostjordanischen Bergland und im trockenen S\u00fcden des Landes nutzen. Im sonnigen S\u00fcdosten erg\u00e4nzen Solarthermiekraftwerke mit bis zu 300 MW Leistung die Energiestrategie des Staates. Selbst Saudi-Arabien will, statt wie bislang t\u00e4glich bis zu 800.000 Barrel \u00d6l f\u00fcr die landeseigene Stromerzeugung zu verfeuern, bis 2030 rund 100 Milliarden Dollar in neue Kraftwerke und Stromleitungen stecken.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Furore sorgt seit 2009 der Plan einiger deutscher Konzerne, bis 2050 in Nordafrika gro\u00dfe Solarkraftwerke zu bauen und damit 15% des Europ\u00e4ischen Strombedarfs zu produzieren. 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