{"id":468,"date":"2011-08-23T13:43:10","date_gmt":"2011-08-23T11:43:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.energiewendeheilbronn.de\/blog\/?p=468"},"modified":"2011-09-20T16:32:02","modified_gmt":"2011-09-20T14:32:02","slug":"fukushima-einwohner-uber-diese-leute-letzendlich-fur-kinder-todlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/2011\/08\/23\/fukushima-einwohner-uber-diese-leute-letzendlich-fur-kinder-todlich\/","title":{"rendered":"Fukushima-Einwohner \u00fcber &#8222;diese Leute&#8220;: Letzendlich f\u00fcr Kinder t\u00f6dlich (deutsch, englisch, franz\u00f6sisch)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Manuskript von Herrn Seiichi Nakate, Einwohner von Fukushima zu seinem Vortrag in Freiburg anl\u00e4sslich der European Network Academy for Social Movements (ENA) von Attac am 11.08.2011. <\/strong><\/p>\n<blockquote><p><em>Deutsche Fassung &#8211; unten auch englisch und franz\u00f6sisch.<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Guten Tag. Ich bin Seiichi Nakate aus Fukushima, Japan.<\/em> Es tut mir leid, aber das ist alles was ich auf Deutsch sagen kann.<\/p>\n<p>Ich bin hier als Vertreter f\u00fcr das \u201eFukushima Netzwerk zur Rettung von Kindern vor Strahlung\u201c einer am 1. Mai gegr\u00fcndeten Organisation.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich Ihnen danken f\u00fcr die Unterst\u00fctzung und Ermutigung die uns Menschen aus Deutschland und Andere aus der ganzen Welt gesandt haben.<\/p>\n<p>Wir k\u00e4mpfen jetzt. Unser Feind ist nicht die Strahlung. Es sind \u201ediese Leute\u201c die versucht haben, den Schaden den die nukleare Katastrophe angerichtet hat, viel kleiner aussehen zu lassen als er wirklich ist, was schlie\u00dflich Kinder t\u00f6tet. &#8222;Sie&#8220; haben gewaltige Entscheidungs-und Finanzmacht mit der sie die Regierung und die Massenmedien manipulieren um Japan zu kontrollieren. \u201eIhre\u201c Habgier ist durch den Atomunfall zu Tage getreten und hat uns Bewohner der Pr\u00e4fektur Fukushima attackiert. Ich bin nicht sicher, wer &#8222;sie&#8220; sind. Aber &#8222;ihre&#8220; Gegenwart stets vor mir wahrnehmend k\u00e4mpfe ich gegen &#8222;sie&#8220; um das Leben der Kinder und ihre Zukunft zu retten. Meine Aufgabe hier ist es, euch von diesem Kampf zu erz\u00e4hlen.<!--more--><\/p>\n<p>Der erste Teil meines Berichts wird ein chronologischer R\u00fcckblick auf die Geschehnisse im ersten Monat nach dem Unfall sein.<\/p>\n<p>Am 11. M\u00e4rz l\u00f6ste ein gewaltiges Erdbeben den Atomunfall aus. Kurz darauf wurde die K\u00fcstengegend von einem verheerenden Tsunami getroffen. Die Versorgungswege waren unterbrochen und die Telefon-und Internetverbindungen waren abgebrochen. Trotz ihrer Angst vor den Nachbeben begannen die Leute mit dem Wiederaufbau, halfen und ermutigten einander.<\/p>\n<p>Am 12. M\u00e4rz kam es zum absichtlichen Ablassen von radioaktivem Gas und danach folgte die Explosion. Endlich begannen Fernsehen und Radio dar\u00fcber zu berichten, dass sich ein Atomunfall ereignet hatte. Die Menschen waren erf\u00fcllt von ungeahnter Angst und wussten nicht, wie sie sich verhalten sollten. Dann begannen Zwangsevakuierungen der Bewohner im Umkreis von 20 Kilometern rund um die zerst\u00f6rten Anlagen, aber die Orte an die sie sich begeben sollten, waren nur 50 bis 100 km von den Anlagen entfernt. Die japanische Regierung verk\u00fcndete dass es keine unmittelbaren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit geben werde. Viele Menschen klammerten sich an diese Worte, wie ein Ertrinkender an einen Strohhalm, aber nur wenige verstanden was \u201ekeine unmittelbaren Auswirkungen\u201c wirklich bedeutete. Die Informationen des Radioaktivit\u00e4ts-Schadens Vorhersage Systems namens SPEEDI (Informationssystem zur Vorhersage von Dosen bei Umwelt-Katastrophen) wurde nur einigen Stadtoberh\u00e4uptern gegeben und der allgemeinen \u00d6ffentlichkeit vorenthalten. Die Einwohner wussten nicht was geschehen w\u00fcrde. Journalisten der Massenmedien waren angewiesen, nicht die Besorgnis der Bev\u00f6lkerung anzustacheln und es wurde ihnen verboten die Bewohner \u00fcber die drohende Gefahr zu informieren.<\/p>\n<p>Am 13. M\u00e4rz war der Grad der Radioaktivit\u00e4t in der Luft in Ortschaften wie Namie Town und Iidate Village, in 40 km Entfernung vom Atomkraftwerk, um das mehrfache bis zu einige zehntausend Mal h\u00f6her als normalerweise, aber es wurden den Einwohnern keine Anweisungen zur Evakuierung gegeben. Erst Monate sp\u00e4ter wurden diese Gebiete als zu evakuierende Gebiete ausgewiesen.<\/p>\n<p>Am Abend des 15. M\u00e4rz bedrohte die Strahlung dicht besiedelte St\u00e4dte wie Fukushima und Kooriyama. Die Einwohner lie\u00dfen ihre Kinder ins Freie, wo sie den radioaktiven Gasen ausgesetzt waren, um nach Wasser anzustehen. Als es anfing zu regnen und zu schneien, wurde die Erde von enormen Mengen kontaminierten Schnees und Regens kontaminiert. Die radioaktiven Wolken verteilten sich auf verschiedenen Routen \u00fcber die ganze Pr\u00e4fektur Fukushima sowie Teile der Regionen Kanto und Tohoku, 300 Kilometer entfernt von der zerst\u00f6rten Atomanlage. Die Einwohner wurden in Unwissenheit gehalten und der Strahlung ausgesetzt, die sie h\u00e4tten vermeiden k\u00f6nnen. W\u00e4hrend etlicher Tage des Unfalls verk\u00fcndete die japanische Regierung den \u201evorl\u00e4ufig tolerierbaren Grad der Strahlung\u201c. Die H\u00f6he der zul\u00e4ssigen Strahlenbelastung f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit und der Kontamination von Lebensmitteln wurden um das zehn-bis zwanzigfache \u00fcber die rechtlich zul\u00e4ssigen Werte angehoben.<\/p>\n<p>Am 19. M\u00e4rz, als die radioaktiven Gase abnahmen, wurde Prof. Shunnichi Yamashita von der Universit\u00e4t Nagasaki als medizinischer Berater in die Pr\u00e4fektur Fukuoka entsandt. Alle Gemeinden in Fukushima, versammelten ihre Einwohner, wie von der Regierung der Pr\u00e4fektur angeordnet, um Prof. Shunnichi Ymashitas Ausf\u00fchrungen zuzuh\u00f6ren. Herr Yamashita wiederholte immer wieder \u201cEs wird ihrer Gesundheit nicht schaden\u201c.<\/p>\n<p>Am 31. M\u00e4rz kam ein weiterer Berater \u00fcber Erziehung von der Universit\u00e4t Hiroshima und wurde in der Pr\u00e4fektur Fukushima stationiert, er entschied, dass Schulen au\u00dferhalb der \u201cEvakuierten Zonen\u201d wieder \u00f6ffnen konnten. Nach diesen Worten von ihm, begannen die Schulen mit ihren Wiederer\u00f6ffnungs-Zeremonien f\u00fcr das neue Schuljahr. Die Massenmedien verbreiteten diese Worte ohne jegliche Kritik.<\/p>\n<p>Am 19. April gab das Ministerium f\u00fcr Erziehung und Wissenschaft eine Notiz heraus, die besagte, dass diejenigen die in Gegenden lebten in denen die Jahresdosis unter 20mSv war nicht evakuiert zu werden brauchten, auch nicht die Kinder. Innerhalb von ungef\u00e4hr drei Wochen nach dem Unfall, als h\u00e4tte es daf\u00fcr ein Drehbuch gegeben, gelang es \u201eihnen\u201c die Menschen glauben zu machen, es g\u00e4be au\u00dferhalb des 20 Km Umkreises um die Atomkraftwerke keine Gefahren. Dies verursachte definitiv massive unn\u00f6tige Strahlenbelastungen.<\/p>\n<p>Der zweite Teil meiner Rede wird vom Kampf gegen dieses &#8222;Szenario&#8220; handeln.<\/p>\n<p>Die atomkritischen B\u00fcrgergruppen glaubten die falschen Informationen nicht. Diejenigen die die Gefahren der Verstrahlung kannten, flohen unverz\u00fcglich aus der Pr\u00e4fektur Fukushima. Sogar diejenigen, die sich mehr Zeit lie\u00dfen um sich auf die Evakuierung vorzubereiten, flohen noch im M\u00e4rz. Nur wenige atomkraftkritische B\u00fcrger blieben in der Pr\u00e4fektur Fukushima. Nur diejenigen, die aus unausweichlichen Gr\u00fcnden bleiben mussten, wurden zur\u00fcckgelassen. Ich war einer von ihnen.<\/p>\n<p>Am 31. M\u00e4rz machte ich mit einigen meiner Mitstreiter, eine Stichproben-Untersuchung der Grundschulen mit einem Geigerz\u00e4hler. Der Messwert lag bei 108.8 microSv, eine unglaubliche Zahl. Wir gaben die Ergebnisse unserer Untersuchung an die Beh\u00f6rde f\u00fcr Erziehung der Pr\u00e4fektur und baten um weitere gr\u00fcndliche Untersuchung.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4fektur f\u00fchrte vom 5. bis 7. April eine Untersuchung aller Schulen durch. Wir erstellten eine eigene Zusammenfassung der Ergebnisse und machten es \u00f6ffentlich, dass der Grad der Verstrahlung von 76% der Schulen in der Gegend dem Grad der Verstrahlung innerhalb der sogenannten \u201cStrahlungs-kontrollierten Zone\u201d entsprach. Dort, dort wo die Arbeiter des Atomkraftwerks arbeiten m\u00fcssen, ist ein weithin bekanntes Hinweissymbol, das nukleare Gefahr signalisiert, aufgestellt. In diesen hochgradig kontaminierten Gebieten lebten 1.500.000 Menschen, davon 300.000 nicht gesch\u00fctzte Kinder.<\/p>\n<p>Die Massenmedien haben diese Tatsache v\u00f6llig ignoriert. Wir haben diese Information ins Netz gestellt. Direkt danach haben Eltern aus Fukushima angefangen, in diesen Blog zu schreiben und zwar innerhalb weniger Tage 800 Nachrichten. So konnten wir feststellen, dass in Fukushima verbliebene Menschen \u00fcber die Strahlenwirkungen besorgt waren. Diese Nachrichten waren Schreie von Eltern, die ihre Kinder sch\u00fctzen wollten, sogar in der harschen Umgebung, in der sie oft als zu exzentrisch angesehen wurden, um mit ihnen sympathisieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00dcber diesen Blog riefen wir zur Solidarit\u00e4t auf und am 1. Mai taten sich 250 Leute zusammen und gr\u00fcndeten das Fukushima Netzwerk zur Rettung der Kinder vor Strahlung. Wir begannen Vorlesungen zu organisieren von Anti-Atom-Forschern und richteten einen telefonischen Beratungsdienst f\u00fcr die zur\u00fcckgebliebenen Einwohner ein. Die Mitglieder des Netzwerks f\u00fchrten freiwillige Evakuierungen durch, um zu zeigen, wie n\u00f6tig es ist, wegzuziehen.<\/p>\n<p>Einige Stadtverwaltungen begannen zu handeln, wobei sie die Anweisungen der Regierung entweder nicht kannten oder ignorierten. Die Stadt Kooriyama, bedr\u00e4ngt von den Forderungen der Einwohner, ging bei der Dekontaminierung voran, also dem Abtragen der Bodenoberfl\u00e4che auf den Schulh\u00f6fen. Als die Stadt von Massenmedien und Regierung daf\u00fcr kritisiert wurde, dass sie die normalen M\u00fclldeponien mit radioaktivem Boden verseuche, forderte die Stadt ihrerseits, dass Tepco den Abfall entsorgen solle. Dem schlossen sich schnell auch andere Stadtverwaltungen an.<\/p>\n<p>Die sogenannte \u201e 20 mSv -f\u00fcr -Kinder -Regel\u201c veranlasste auch Atomkraftgegner von ausw\u00e4rts ihre Kritiken vorzutragen. Der japanische Anwaltsverein \u00e4u\u00dferte sich auch dagegen. Sogar ein Pro-Atom-Akademiker, der in einer Regierungsberaterkommission sa\u00df, trat aus Protest zur\u00fcck. Jetzt konnten die Massenmedien nicht l\u00e4nger schweigen, und endlich erschienen Berichte mit Pro-und Kontra-Argumenten.<\/p>\n<p>Am 2. Mai hatten wir ein Treffen mit dem Ministerium f\u00fcr Erziehung und Wissenschaft und der Atomsicherheitskommission (NSC), wobei wir die R\u00fccknahme der offenkundig falschen Angabe [100 mSy o.k.] forderten. Es gelang uns, dass das NSC Sekretariat zugestand, dass die Kommission nicht erlaubt hatte, dass die Kinder \u00a0einer solchen Belastung von 20 mSy ausgesetzt werden sollten und dass der Berater f\u00fcr die Pr\u00e4fektur Fukushima entsprechende Konsequenzen tragen m\u00fcsse, wenn er wirklich gesagt haben sollte, dass sogar 100 mSy noch sicher seien. Ab dieser Sitzung durfte der Berater keine Erkl\u00e4rung vor den Einwohnern mehr abgeben.<\/p>\n<p>Am 23. Mai hatten wir ein weiteres Treffen mit 270 Leuten aus Fukushima, die in 2 Bussen angereist waren. Aus ganz Japan kamen 650 Leute zu Hilfe einschlie\u00dflich 4 Parlamentsmitgliedern. Es gelang uns, dass das Ministerium versprach, die oben angegebene Erkl\u00e4rung zu unterschreiben. Jetzt wurde das auch zum ersten Mal lauthals \u00fcber Zeitungen und Fernsehen verbreitet. 4 Tage sp\u00e4ter, am 27. Mai, nahm der Erziehungs-und Wissenschaftsminister die \u201e20 mSy -f\u00fcr -Kinder-Regel\u201c zur\u00fcck und k\u00fcndigte an, dass einige Schulh\u00f6fe dekontaminiert w\u00fcrden. Verschiedene Medien begannen dann auch \u00fcber die Belange und \u00c4ngste der Eltern zu berichten und auch Kommentare von Anti-Atom-Experten \u00fcber die Gefahren wurden ber\u00fccksichtigt. Die Bem\u00fchungen des Netzwerks f\u00fchrten nun zur Wende in unserem Kampf, die Wahrheit \u00fcber die Vorf\u00e4lle in Fukushima auf die \u00f6ffentliche B\u00fchne zu bringen.<\/p>\n<p>Am 1. Juni begannen wir mit ernsthaften Aufrufen zur freiwilligen Evakuierung. Einige Familien konnten zu keiner Entscheidung kommen, manche hatten Hypotheken abzuzahlen, manche Familien teilten sich auf, wobei meist die V\u00e4ter zur\u00fcck blieben. Aber trotz all dieser Schwierigkeiten verlie\u00dfen 50.000 Einwohner die Pr\u00e4fektur Fukushima, weitere 80.000 wollten Fukushima nur f\u00fcr die Sommerferien verlassen.<\/p>\n<p>Im Juli machten sich Gemeindeverwaltungen Sorgen wegen des Exodus ihrer Bewohner und begannen ihre eigene \u00dcberwachung des Kontaminationszustandes, wobei sie einen Hotspot nach dem anderen fanden. Die japanische Regierung konnte bei der Ver\u00f6ffentlichung der Kontaminationslandkarte nicht helfen. In der Sitzung mit dem \u201e Komitee zur Verhandlung der Entsch\u00e4digung der Sch\u00e4den des Atomunfalls\u201c stand die Entsch\u00e4digung f\u00fcr die freiwillig Evakuierten ebenfalls auf der Tagesordnung.<\/p>\n<p>Aber das Ungl\u00fcck geht weiter. Ca. 1 Million Menschen sind noch im kontaminierten Gebiet, darunter mehr als 200.000 Kinder. Der Pegel der radioaktiven Verseuchung entspricht dem der Evakuierungszone zu Beginn der Tschernobyl Katastrophe. In Tschernobyl wurden die Einwohner \u00fcber 3 Jahre im Unklaren gelassen und nicht betreut. Es vergingen 5 Jahre nach dem Unfall, bis die dauerhaften Evakuierungsma\u00dfnahmen eingeleitet wurden, als n\u00e4mlich Kinder Krankheiten und Behinderungen entwickelten, die nicht l\u00e4nger zu verstecken waren. Wir d\u00fcrfen die Trag\u00f6die von Tschernobyl nicht wiederholen.<\/p>\n<p>Freiwillige Evakuierung ist nicht leicht. Die Gefahren der radioaktiven Verseuchung werden immer noch nicht ganz verstanden. Wir fordern jetzt eine Erweiterung der Evakuierungsma\u00dfnahmen. Die Menschen sollen zuerst evakuiert werden und dann sollen die evakuierten Gebiete sorgf\u00e4ltig dekontaminiert werden, damit danach die Menschen m\u00f6glichst an ihre angestammten Orte zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Das ist der gangbarste Weg, das Ungl\u00fcck auf der kleinen Insel Japan zu begrenzen. Wir bitten die Menschen \u00fcberall auf der Welt um ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr unsere Forderung, dass endlich angefangen wird, die Evakuierungsma\u00dfnahmen auszudehnen.<\/p>\n<p>Fukushima befindet sich immer noch im Notstand. Der Kampf geht weiter zwischen uns auf der einen Seite, die wir versuchen, die Kinder vor Strahlensch\u00e4den zu bewahren und auf der anderen Seite \u201edenen\u201c, die immer noch versuchen, den Schaden durch den Atomunfall kleiner wirken zu lassen, als er wirklich ist: Letzendlich f\u00fcr Kinder t\u00f6dlich.<\/p>\n<p>Nachdem sie diesen katastrophalen Unfall erlebt haben, m\u00fcssen sich die Menschen von Fukushima \u00e4ndern. Wir m\u00fcssen tiefer nachdenken und m\u00fcssen f\u00e4hig werden, uns unser eigenes Urteil zu bilden und nach unserem eigenen Willen zu handeln. Die Bev\u00f6lkerung in ganz Japan muss sich \u00e4ndern. Denuklearisierung bedeutet nicht nur einen Politikwechsel. Sie verlangt nach einem radikalen Wechsel der gesamten japanischen Gesellschaft. In diesem Bewusstsein will ich weiter meinen Teil dazu beitragen.<\/p>\n<p>Ich danke f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p><em>Manuskript des Vortrags von Herrn Seiichi Nakate, \u00fcbersetzt aus dem Japanischen ins Englische von Miyuki Otomo und vom Englischen ins Deutsche von Carol-Sue Rombach und Ute Wellstein. Kleine \u00c4nderungen von Daniel Knoll.<\/em><\/p>\n<p><em>Hier der englische Text von <\/em><em>Miyuki Otomo<\/em><em>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Gutentag. Ich bin Seiichi Nakate aus Fukushima, Japan. I am sorry but this much is what I can say in German.<\/p>\n<p>I am here as representative of \u201cFukushima Network for Saving Children from Radiation, an organization founded on May 1<sup>st<\/sup>.<\/p>\n<p>First of all I would like to thank you for the support and encouragement people in Germany and others all over the world have sent us.<\/p>\n<p>We are struggling now. Our enemy is not radiation. It\u2019s \u201cthose people\u201d who have been trying to make the damage of the nuclear accident look much smaller than it really is, eventually killing children. \u201cThey\u201d have tremendous authoritative and financial power manipulating the government and mass media to control Japan. \u201cTheir\u201d greed has been laid bare by the nuclear plant accident and has been attacking us residents of Fukushima Prefecture. I am not sure who \u201cthey\u201d are. But always feeling \u201ctheir\u201d presence in front of me, I am struggling against \u201cthem\u201d to save the lives of children and their future. My mission here is to tell you about this struggle.<\/p>\n<p>The first part of my report will be a chronological look back on what happened in the first month after the accident.<\/p>\n<p>On March 11<sup>th<\/sup>, a violent earthquake triggered off the nuclear plant accident. Soon after, the coastal area was disastrously hit by tsunami. The lifeline stopped working and telephones and internets lost connectivity. Though frightened with aftershocks, people began to restore and repair helping and encouraging one another.<\/p>\n<p>On March 12<sup>th<\/sup> , there came deliberate radiation gas release and then explosion.<\/p>\n<p>At last TV and the radio began to broadcast that a nuclear plant accident had happened. Stricken with an unexperienced fear, people were at a loss what to follow as guidelines of action. Then began forced evacuation of the residents within the 20kms of the crippled plants, but the places they were asked to evacuate to were only 50 to 100kms away from the plants. The Japanese government announced that there would be no immediate effect on human health. Many people clung to these words as would a drowning man do to a straw but only few understood what \u201cno immediate effect\u201d really meant. The information obtained from the radiation damage forecast system called SPEEDI (System for Prediction of Environmental Emergency Dose Information) was given only to some of the municipality heads and was hidden from the general public. The residents didn\u2019t know what was going to happen. Journalists from mass media were ordered not to incite people\u2019s anxiety and were forbidden to let the residents know the impending danger.<\/p>\n<p>On March 13<sup>th<\/sup>, in such municipalities as Namie Town and Iidate Village, 40 kms away from the nuclear plants, the level of airborne radiation read above several to ten thousand times that of the normal baseline, but no evacuation instruction was given to the residents. It was only a month later that these areas were designated as \u201cto-be-evacuated.\u201d<\/p>\n<p>On the evening of March 15<sup>th<\/sup>, the radiation seized densely-populated cities like Fukushima and Kooriyama. In the open air filled with radiation gases, the residents made their children queue up for water supply. With the rain and snow beginning to fall, tremendous amount of radiation contaminated the earth. The radiation clouds, taking several routes, spread all over Fukushima Prefecture, parts of Kanto and Tohoku regions, 300kms away from the crippled plants. The residents were kept ignorant and being exposed to could-have-been-avoided radiation.<\/p>\n<p>Within the several days of the accident, the Japanese government announced the \u201cprovisionally acceptable radiation level.\u201d The level of radiation exposure for the general public and the food contamination rate were raised ten to twenty times above the legal baseline\/official limit.<\/p>\n<p>On March 19<sup>th<\/sup>, when the radiation gases subsided, Prof. Shunnichi Yamashita from Nagasaki  University was dispatched to Fukuoka Prefecture as its medical advisor. All the municipalities in Fukushima, as requested by its prefectural government, gathered their residents and made them listen to his lectures. Mr. Yamashita kept saying, \u201cThe exposure level of 100mSv is still safe,\u201d \u201dYou can let children play outside,\u201d \u201dThere will be no harm done to their health.\u201d<\/p>\n<p>On March 31<sup>st<\/sup>, another advisor on education came from Hiroshima University to be stationed at Fukushima  Prefecture and determined that schools outside the \u201cevacuated areas\u201d could reopen. With these words of his, the schools went ahead with their opening ceremony of the new school year. The mass media went on spreading these advisors\u2019 words without any criticism.<\/p>\n<p>On April 19<sup>th<\/sup>, the Ministry of Education and Science issued a notice saying that those living in areas where annual exposure level was below 20mSv didn\u2019t need to evacuate, including the children. In about three weeks\u2019 time after the accident, as if there had been a written scenario, \u201cthey\u201d quickly managed to make people believe as if there were no harm outside the 20kms range of the plants. This definitely caused the massive unnecessary exposure.<\/p>\n<p>The second part of my talk will be about the struggle against this \u201cscenario.\u201d<\/p>\n<p>The anti-nuclear citizens\u2019 groups didn\u2019t believe the false information. Those who knew the danger of the radiation immediately fled out of Fukushima Prefecture. Even those who took time to get ready evacuated of their own decision within March. There remained only a few anti-nuclear citizens in Fukushima Prefecture. Only those in unavoidable circumstances were left behind. I was one of them.<\/p>\n<p>On March 31<sup>st<\/sup>, with some comrades of mine, I made a sampling survey of the school grounds using a Geiger counter. The reading showed as high a level as 108.8 microSv, an unbelievable figure. We reported the survey results to the prefectural board of education and asked for a further thorough survey.<\/p>\n<p>The prefecture made a survey of all the schools on April 5<sup>th<\/sup> to 7<sup>th<\/sup>. We made our own wrap-up of the findings and made it public that the contamination level of the 76% of the schools in the prefecture was equivalent to that of the so-called \u201cradiation-controlled area.\u201d This is where a well-known mark signaling nuclear danger is put up, where the plant workers are made to work. In these highly contaminated areas, 1,500,000 people lived, with 300,000 of them children unattended to.<\/p>\n<p>Mass media completely ignored this fact. We put up this information in our Web log. Right after our put-up, parents in Fukushima started writing in the blog which continued for several days amounting to over 800 messages. This made us realize that there were still people remaining in Fukushima so concerned about the radiation effects. The messages were cries of parents to protect their children even in the harsh environment where they were often seen as too eccentric to be sympathized.<\/p>\n<p>From this blog we called for solidarity and on May 1<sup>st<\/sup>, 250 people got together and founded the Fukushima Network for Saving Children from Radiation. We started holding lectures of anti-nuclear researchers and opened telephonic consultation service for the remaining residents. The Network members exemplarily made voluntary evacuations in order to show how necessary it is to evacuate.<\/p>\n<p>Some municipalities began to act ignoring or in defiance of the governmental instructions. Kooriyama  City, pushed by the strong request of the residents, went ahead with decontamination i.e. the scraping of the surface soil of the school grounds. When the city was criticized by mass media and the government for contaminating the usual waste disposal area with radioactive scraped soil, the city demanded its pick-up by the TEPCO. Other municipalities followed suit.<\/p>\n<p>The so-called \u201c20mSv for Children Notice\u201d caused no-nukes organizations to raise their criticisms from abroad. The Japan Lawyers Association also made an announcement against it. Even a pro-nuclear academic who was on the cabinet advisory board resigned as a sign of protest. With this the mass media could no longer keep quiet and at last began broadcasting both the pro and anti nuclear arguments.<\/p>\n<p>On May 2<sup>nd<\/sup>, we had a negotiation both with Ministry of Education and Science and Nuclear \u00a0Safety Commission (NSC) demanding the withdrawal of the notorious notice. We succeeded in making the NSC secretariat concede that the commission hadn\u2019t permitted the children to be exposed to such a level as annual 20mSv and that the advisor to Fukushima Prefecture will be treated accordingly if he had really said that 100mSv exposure was still safe. After this negotiation the advisor could not lecture in front of the residents any more.<\/p>\n<p>On May 23<sup>rd<\/sup>, we had another negotiation to which 270 people from Fukushima rode in two buses. From all over Japan some 650 people rushed in support, including 4 MPs. We succeeded in making the ministry promise their reconsideration of the notice to withdraw. This was reported loudly by all the newspapers and TV stations, for the first time. Four days later on May 27<sup>th<\/sup>, Minister of Education and Science shelved the \u201c20mSv for Children Notice\u201d and announced the execution of decontamination of some school grounds. Different media began reporting the parents\u2019 concerns and anxieties and also comments made by anti-nuclear experts of the dangers began to be taken into account. The Network\u2019s endeavors led to the turning point in our struggle by bringing the reality of what\u2019s happening in Fukushima onto the front stage.<\/p>\n<p>On June 1<sup>st<\/sup>, we earnestly began calling for voluntary evacuation. Some families couldn\u2019t come to a conclusion, some had housing loans to pay, some had to make a family split, usually<\/p>\n<p>fathers remaining behind, but in spite of all these difficulties, some 50,000 Fukushimaites evacuated out of Fukushima Prefecture. Another 80,000 will be evacuating only for the period of summer vacation.<\/p>\n<p>In July, municipalities gravely concerned about the residents\u2019 exodus, began making their own radioactive contamination level survey, finding radioactive \u201chot spots\u201d one after another.<\/p>\n<p>The Japanese government couldn\u2019t help making the contamination map public. In the negotiation with the Nuclear Damage Compensation Conflicts Judging Committee, the compensation for the voluntary evacuees has also been put on the table for discussion.<\/p>\n<p>The disaster is still going on. There remain some 1,000,000 people in the contaminated areas. More than 200,000 among them are children. The level of radioactive contamination \u00a0is equivalent to that of the forced-relocation area in the wake of the Chernobyl disaster. In Chernobyl the residents were left ignorant and unattended to for three years. It was only five years after the accident that the permanent evacuation policies were implemented as children developed sicknesses and disabilities which could no longer be hidden. We must not repeat the tragedy of Chernobyl.<\/p>\n<p>Voluntary evacuation is not easy. The danger of radioactive contamination hasn\u2019t been fully understood yet. We are now asking for the expansion of evacuation policies. We are asking to make people evacuate first and decontaminate the evacuated areas thoroughly in order to make their eventual returns to their old places possible. This is the most appropriate way to cope with the disaster in this small island country of Japan. We ask the people all over the world to support us in our demand to expand the evacuation policies to start with.<\/p>\n<p>Fukushima is still in a state of emergency. There is an on-going struggle between us trying<\/p>\n<p>to save the children from radiation and \u201cthem\u201d still trying to make the danger of the damage caused by the accident look much smaller than it really is , eventually killing children.<\/p>\n<p>Having experienced this disastrous accident, the people of Fukushima must change. We must think more deeply and be able to make our own judgment and act out of our own will. The people all over Japan must change. Denuclearization doesn\u2019t simply mean a policy change. It asks for a radical change of the whole Japanese society. Keeping up this awareness, I will continue to do my part.<\/p>\n<p>Thank you for listening.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Hier der Text auf franz\u00f6sisch:<\/em><\/p>\n<p>Bonjour. Je suis Seiichi Nakate de Fukushima, Japon. Je suis d\u00e9sol\u00e9, mais c&#8217;est tout ce que je sais dire en allemand.<\/p>\n<p>Je suis ici pour repr\u00e9senter le \u00ab\u00a0r\u00e9seau Fukushima pour le sauvetage des enfants face \u00e0 l&#8217;irradiation\u00a0\u00bb, une organisation constitu\u00e9e le 1er mai.<\/p>\n<p>D&#8217;abord j&#8217;aimerais vous remercier pour le soutien et les encouragements que nous ont envoy\u00e9s des personnes d&#8217;Allemagne et du monde entier.<\/p>\n<p>Maintenant nous nous battons. Notre ennemi n&#8217;est pas l&#8217;irradiation. Ce sont \u00ab\u00a0ces gens\u00a0\u00bb qui ont essay\u00e9 de faire para\u00eetre le dommage que la catastrophe nucl\u00e9aire a caus\u00e9 beaucoup plus faible qu&#8217;il n&#8217;est v\u00e9ritablement. Ce qui en fin de compte tue des enfants. \u00ab\u00a0Ils\u00a0\u00bb disposent d&#8217;une formidable puissance de d\u00e9cision et de finance avec laquelle ils manipulent le gouvernement et les m\u00e9dias pour contr\u00f4ler le Japon. \u00ab\u00a0Leur\u00a0\u00bb cupidit\u00e9 est apparue en plein jour \u00e0 travers l&#8217;accident nucl\u00e9aire et nous a attaqu\u00e9s, nous habitants de la pr\u00e9fecture de Fukushima. Je ne sais pas avec certitude qui \u00ab\u00a0ils\u00a0\u00bbsont. Mais\u00a0 percevant toujours \u00ab\u00a0leur\u00a0\u00bb pr\u00e9sence devant moi je me bats contre \u00ab\u00a0eux\u00a0\u00bb pour sauver la vie et l&#8217;avenir des enfants. Mon devoir ici c&#8217;est de vous raconter ce combat.<\/p>\n<p>La premi\u00e8re partie de mon expos\u00e9 va \u00eatre une r\u00e9trospective chronologique des \u00e9v\u00e9nements dans le mois qui a suivi l&#8217;accident.<\/p>\n<p>Le 11 mars un violent tremblement de terre a d\u00e9clench\u00e9 l&#8217;accident nucl\u00e9aire. Peu apr\u00e8s un tsunami destructeur a touch\u00e9 la r\u00e9gion c\u00f4ti\u00e8re. Les acc\u00e8s pour le ravitaillement \u00e9taient coup\u00e9s et les liaisons t\u00e9l\u00e9phoniques et internet \u00e9taient interrompues. Malgr\u00e9 leur peur des r\u00e9pliques les gens commenc\u00e8rent les travaux de reconstruction, s&#8217;aidaient et s&#8217;encourageaient les uns les autres.<\/p>\n<p>Le 12 mars il y eut un l\u00e2cher intentionnel de gaz radioactif et ensuite survint l&#8217;explosion. Enfin t\u00e9l\u00e9vision et radio commenc\u00e8rent \u00e0 informer qu&#8217;un accident nucl\u00e9aire s&#8217;\u00e9tait produit. Les gens \u00e9taient remplis d&#8217;une peur inconnue et ne savaient pas comment ils devaient se comporter. Alors commenc\u00e8rent des \u00e9vacuations forc\u00e9es d&#8217;habitants dans un rayon de 20km autour des installations d\u00e9truites, mais les lieux o\u00f9 ils devaient se rendre n&#8217;\u00e9taient \u00e9loign\u00e9s que de 50 \u00e0 100 km des installations. Le gouvernement japonais annon\u00e7a qu&#8217;il n&#8217;y aurait pas d&#8217;effets imm\u00e9diats sur la sant\u00e9 humaine. Beaucoup de personnes s&#8217;accroch\u00e8rent \u00e0 ces paroles comme celui qui se noie s&#8217;accroche \u00e0 un brin de paille, mais rares \u00e9taient ceux qui comprenaient ce que \u00ab\u00a0pas d&#8217;effets imm\u00e9diats\u00a0\u00bb signifiait r\u00e9ellement. Les informations du Syst\u00e8me de pr\u00e9vision des dommages dus \u00e0 la radioactivit\u00e9, appel\u00e9 SPEEDI ( Syst\u00e8me d&#8217;information pour la pr\u00e9vision des niveaux en cas de catastrophe environnementale) n&#8217;ont \u00e9t\u00e9 donn\u00e9es qu&#8217;\u00e0 quelques responsables de la Ville et cach\u00e9s \u00e0 l&#8217;ensemble du public. Les habitants ne savaient pas ce qui se passerait. Les journalistes des m\u00e9dias re\u00e7urent la consigne de ne pas inqui\u00e9ter la population et il leur fut interdit d&#8217;informer les habitants du danger qui mena\u00e7ait.<\/p>\n<p>Le 13 mars le degr\u00e9 de la radioactivit\u00e9 dans l&#8217;air dans des localit\u00e9s comme Namie Town et iidate Village, \u00e0 40 km de la centrale nucl\u00e9aire \u00e9tait multipli\u00e9 jusqu&#8217;\u00e0 quelques dizaines de milliers de fois par rapport \u00e0 la normale, mais il ne fut donn\u00e9 aux habitants aucune consigne d&#8217;\u00e9vacuation. Ce n&#8217;est que des mois plus tard que ces r\u00e9gions furent d\u00e9sign\u00e9es comme des r\u00e9gions devant \u00eatre \u00e9vacu\u00e9es.<\/p>\n<p>Le soir du 15 mars l&#8217;irradiation mena\u00e7ait des villes dens\u00e9ment urbanis\u00e9es comme Fukushima et Kooriyama. Les habitants laissaient les enfants \u00e0 l&#8217;ext\u00e9rieur, o\u00f9 ils \u00e9taient expos\u00e9s aux gaz radioactifs, pour faire la queue pour l&#8217;eau. Lorsqu&#8217;il commen\u00e7a \u00e0 pleuvoir et \u00e0 neiger la terre fut contamin\u00e9e par d&#8217;\u00e9normes quantit\u00e9s de neige et de pluie contamin\u00e9es. Les nuages radioactifs se dispersaient en diff\u00e9rents itin\u00e9raires au-dessus de toute la pr\u00e9fecture de Fukushima ainsi que partiellement sur les r\u00e9gions Kanto et Tohoku, \u00e0 300km de la centrale d\u00e9truite. Les habitants \u00e9taient tenus dans l&#8217;ignorance et expos\u00e9s aux radiations, qu&#8217;ils auraient pu \u00e9viter. Pendant les quelques jours de l&#8217;accident le gouvernement japonais annon\u00e7ait le \u00abdegr\u00e9 provisoirement supportable du rayonnement\u00a0\u00bb. Les plafonds des taux de rayonnement autoris\u00e9s pour le public et la contamination des aliments furent relev\u00e9s pr\u00e8s de 10 \u00e0 20 fois au-dessus des valeurs l\u00e9galement admissibles.<\/p>\n<p>Le 19 mars lorsque les gaz raioactifs diminu\u00e8rent le professeur Sunnici Yamashita de l&#8217;universit\u00e9 de Nagasaki fut envoy\u00e9 \u00e0 la pr\u00e9fecture de Fukuoka en qualit\u00e9 de conseiller m\u00e9dical. Toutes les communes de Fukushima rassembl\u00e8rent leurs habitants, selon les ordres donn\u00e9s \u00e0 la pr\u00e9fecture par le gouvernement, pour qu&#8217;ils \u00e9coutent les explications du professeur Shunnici Yamashita. M. Yamashita r\u00e9p\u00e9tait toujours: \u00ab\u00a0Cela ne nuira pas \u00e0 votre sant\u00e9.\u00a0\u00bb<\/p>\n<p>Le 31 mars arriva un autre conseiller pour l&#8217;Education de l&#8217;Universit\u00e9 de Hiroshima et il fut install\u00e9 \u00e0 la pr\u00e9fecture de Fukushima. Il d\u00e9cida que les \u00e9coles en dehors des \u00ab\u00a0zones \u00e9vacu\u00e9es\u00a0\u00bb pouvaient \u00e0 nouveau ouvrir. Apr\u00e8s qu&#8217;il eut tenu ces propos, les \u00e9coles commenc\u00e8rent leurs c\u00e9r\u00e9monies de r\u00e9ouverture pour la nouvelle ann\u00e9e scolaire. Les m\u00e9dias r\u00e9pandirent ces paroles sans aucune critique.<\/p>\n<p>Le 19 avril le minist\u00e8re de l&#8217;Education et des sciences sortit une note qui disait que ceux qui vivaient dans les r\u00e9gions o\u00f9 la dose annuelle \u00e9tait en-dessous de 20mSv n&#8217;avaient pas besoin d&#8217;\u00eatre \u00e9vacu\u00e9s, pas non plus les enfants. Dans un intervalle d&#8217;environ 3 semaines apr\u00e8s l&#8217;accident, comme s&#8217;il y avait eu un scenario pour cela, \u00ab\u00a0ils\u00a0\u00bb r\u00e9ussirent \u00e0 faire croire aux gens qu&#8217;il n&#8217;y avait en dehors du p\u00e9rim\u00e8tre de 20km autour de la centrale nucl\u00e9aire aucun danger. Ceci causa d\u00e9finitivement des expositions massives et inutiles aux radiations.<\/p>\n<p>La deuxi\u00e8me partie de mon discours traitera du combat contre ce \u00ab\u00a0sc\u00e9nario\u00a0\u00bb.<\/p>\n<p>Les groupes de citoyens antinucl\u00e9aires ne croyaient pas ces fausses informations. Ceux qui connaissaient les dangers de l&#8217;irradiation fuirent sans tarder hors de la pr\u00e9fecture de Fukushima. M\u00eame ceux qui se donn\u00e8rent plus de temps pour se pr\u00e9parer \u00e0 l&#8217;\u00e9vacuation fuirent encore en mars. Peu de citoyens antinucl\u00e9aires rest\u00e8rent dans la pr\u00e9fecture de Fukushima. Seuls ceux qui devaient rester pour des raisons incontournables furent laiss\u00e9s sur place. J&#8217;\u00e9tais un de ceux-l\u00e0.<\/p>\n<p>Le 31 mars je fis avec quelques uns de mes compagnons de combat une analyse-test des \u00e9coles \u00e9l\u00e9mentaires avec un compteur Geiger. Le niveau relev\u00e9 \u00e9tait de 108.8 microSv, un chiffre incroyable. Nous donn\u00e2mes les r\u00e9sultats de nos mesures \u00e0 l&#8217;autorit\u00e9 en charge de l&#8217;\u00e9ducation \u00e0 la pr\u00e9fecture et demand\u00e2mes une autre analyse de fond.<\/p>\n<p>La pr\u00e9fecture mena une analyse de toutes les \u00e9coles du 5 au 7 avril. Nous r\u00e9alis\u00e2mes notre propre synth\u00e8se des r\u00e9sultats et rendirent public que le degr\u00e9 de l&#8217;irradiation de 76% des \u00e9coles dans le secteur correspondait au degr\u00e9 d&#8217;irradiation \u00e0 l&#8217;int\u00e9rieur de ce qu&#8217;on appelait la \u00ab\u00a0zone de contr\u00f4le de\u00a0 la radioactivit\u00e9\u00a0\u00bb. L\u00e0-bas, o\u00f9 les travailleurs de la centrale nucl\u00e9aire doivent travailler, il y a un panneau\u00a0 avec le symbole bien connu qui signale le danger nucl\u00e9aire. Dans ces r\u00e9gions contamin\u00e9es \u00e0 des degr\u00e9s \u00e9lev\u00e9s vivaient 1 500 000 personnes, dont 300 000 enfants non prot\u00e9g\u00e9s.<\/p>\n<p>Les m\u00e9dias ont compl\u00e8tement ignor\u00e9 cette r\u00e9alit\u00e9. Nous avons mis cette information sur le net. Imm\u00e9diatement des parents de Fukushima ont commenc\u00e9 \u00e0 \u00e9crire sur ce blog, pr\u00e9cis\u00e9ment en quelques jours 800 messages. Ainsi nous pouvions constater que des personnes rest\u00e9es \u00e0 Fukushima \u00e9taient inqui\u00e8tes des effets des radiations. Ces messages \u00e9taient des cris de parents qui voulaient prot\u00e9ger leurs enfants, m\u00eame dans le rude environnement dans lequel ils \u00e9taient souvent consid\u00e9r\u00e9s comme trop excentriques pour qu&#8217;on puisse sympathiser avec eux.<\/p>\n<p>Sur ce blog nous appel\u00e2mes \u00e0 la solidarit\u00e9 et le 1er mai 250 personnes se r\u00e9unirent et fond\u00e8rent le r\u00e9seau Fukushima pour le sauvetage des enfants face \u00e0 la radiation. Nous commen\u00e7\u00e2mes \u00e0 organiser des conf\u00e9rences de chercheurs antinucl\u00e9aires et m\u00eemes en place un service de conseil pour les habitants rest\u00e9s sur place. Les membres du r\u00e9seau r\u00e9alis\u00e8rent des \u00e9vacuations volontaires pour montrer combien il est n\u00e9cessaire de partir.<\/p>\n<p>Quelques administrations municipales commenc\u00e8rent \u00e0 agir, ce faisant soit elles ne connaissaient pas les consignes du gouvernement, soit elles passaient outre. La Ville de Kooriyama, sous la pression des habitants, prit l&#8217;initiative de la d\u00e9contamination, c&#8217;est-\u00e0-dire de l&#8217;enl\u00e8vement de la couche superficielle du sol des cours d&#8217;\u00e9cole. Lorsque la Ville fut critiqu\u00e9e par les m\u00e9dias et le gouvernement parce qu&#8217;elle souillait les d\u00e9p\u00f4ts d&#8217;ordures normaux avec de la terre radioactive, la Ville exigea de son c\u00f4t\u00e9 que TEPCO d\u00e9barrasse les d\u00e9chets. A cela se raccroch\u00e8rent rapidement d&#8217;autres administrations municipales.<\/p>\n<p>La dite \u00ab\u00a0r\u00e8gle des 20mSv pour les enfants\u00a0\u00bb incita aussi des opposants au nucl\u00e9aire de l&#8217;ext\u00e9rieur \u00e0 exposer leurs critiques. L&#8217;union des avocats japonais s&#8217;exprima \u00e9galement contre. M\u00eame un acad\u00e9micien pro-nucl\u00e9aire, qui si\u00e9geait dans une commission de conseillers du gouvernement, d\u00e9missionna en guise de protestation. L\u00e0 les m\u00e9dias ne pouvaient pas continuer de se taire et enfin apparurent des rapports avec des arguments pour et contre.<\/p>\n<p>Le 2 mai nous rencontrions le minist\u00e8re de l&#8217;Education et des Sciences et la Commission de s\u00fbret\u00e9 nucl\u00e9aire (NSC), rencontre au cours de laquelle nous exige\u00e2mes le retrait de l&#8217;indication dont tout le monde savait qu&#8217;elle \u00e9tait fausse [100 mSv o.k.]. Nous avons obtenu que le secr\u00e9tariat de la NSC\u00a0 reconnaisse que la Commission n&#8217;avait pas autoris\u00e9 que les enfants soient expos\u00e9s \u00e0 une telle charge de 20mSv et que le conseiller pour la pr\u00e9fecture de Fukushima devait supporter les cons\u00e9quences s&#8217;il devait vraiment avoir dit que la s\u00e9curit\u00e9 \u00e9tait assur\u00e9e m\u00eame jusqu&#8217;\u00e0 100 mSV.. A partir de cette r\u00e9union le conseiller n&#8217;\u00e9tait plus autoris\u00e9 \u00e0 faire aucune d\u00e9claration devant les habitants.<\/p>\n<p>Le 23 mai nous avions une autre rencontre avec 270 personnes de Fukushima, qui \u00e9taient arriv\u00e9es dans deux bus. De tout le Japon \u00e9taient arriv\u00e9es 650 personnes pour aider, dont 4 membres du Parlement. Nous avons obtenu que la minist\u00e8re promette de signer la d\u00e9claration mentionn\u00e9e plus haut. Maintenant pour la premi\u00e8re fois cela fut diffus\u00e9 \u00e0 tue-t\u00eate via journaux et t\u00e9l\u00e9vision. 4 jours plus tard, le 27 mai, le minist\u00e8re de l&#8217;Education et des Sciences retira la \u00ab\u00a0r\u00e8gle des 20mSv pour les enfants\u00a0\u00bb et annon\u00e7a que quelques cours d&#8217;\u00e9coles seraient d\u00e9contamin\u00e9es. Diff\u00e9rents m\u00e9dias commenc\u00e8rent alors aussi \u00e0 rendre compte des attentes et peurs des parents. Et aussi des commentaires d&#8217;experts antinucl\u00e9aires sur\u00a0 les dangers furent pris en compte. Les efforts du r\u00e9seau menaient \u00e0 pr\u00e9sent \u00e0 un tournant dans notre combat pour porter la v\u00e9rit\u00e9 \u00e0 propos des \u00e9v\u00e9nements \u00e0 Fukushima sur le devant de la sc\u00e8ne.<\/p>\n<p>Le 1er juin nous commen\u00e7\u00e2mes avec des appels s\u00e9rieux pour l&#8217;\u00e9vacuation volontaire. Quelques familles ne pouvaient pas prendre de d\u00e9cision, certains avaient des hypoth\u00e8ques \u00e0 rembourser. Certaines familles se partag\u00e8rent, dans ces cas la plupart du temps les p\u00e8res restaient sur place. Mais malgr\u00e9 toutes ces difficult\u00e9s 50 000 habitants quitt\u00e8rent la pr\u00e9fecture de Fukushima, 80 000 autres ne voulaient quitter Fukushima que le temps des vacances d&#8217;\u00e9t\u00e9.<\/p>\n<p>En juillet les administrations communales s&#8217;inqui\u00e9t\u00e8rent de l&#8217;exode de leurs habitants et commenc\u00e8rent leur propre surveillance de la contamination, ils trouvaient un point chaud apr\u00e8s l&#8217;autre. Le gouvernement japonais ne pouvait pas aider \u00e0 la publication de la carte g\u00e9ographique de la contamination. Lors de la r\u00e9union avec le \u00ab\u00a0Comit\u00e9 de la n\u00e9gociation du d\u00e9dommagement pour les d\u00e9g\u00e2ts de l&#8217;accident nucl\u00e9aire\u00a0\u00bb le d\u00e9dommagement des \u00e9vacu\u00e9s volontaires \u00e9tait \u00e9galement inscrit \u00e0 l&#8217;ordre du jour.<\/p>\n<p>Mais la catastrophe continue. Environ 1 million de personnes sont encore dans le secteur contamin\u00e9, parmi lesquelles plus de 200 000 enfants. Le niveau de la contamination radioactive correspond \u00e0 celui de la zone d&#8217;\u00e9vacuation au d\u00e9but de la catastrophe de Tchernobyl. A Tchernobyl les habitants furent laiss\u00e9s plus de 3 ans dans l&#8217;opacit\u00e9 et sans accompagnement. Il se passa 5 ann\u00e9es apr\u00e8s l&#8217;accident jusqu&#8217;\u00e0 ce que les mesures durables d&#8217;\u00e9vacuation fussent engag\u00e9es, en fait lorsque des enfants d\u00e9velopp\u00e8rent des maladies et des handicaps qui ne pouvaient pas \u00eatre cach\u00e9s plus longtemps. Nous ne devons pas r\u00e9p\u00e9ter la catastrophe de Tchernobyl.<\/p>\n<p>Une \u00e9vacuation volontaire n&#8217;est pas facile. Les dangers de la contamination radioactive ne sont toujours pas compl\u00e8tement compris. Nous exigeons maintenant une amplification des mesures d&#8217;\u00e9vacuation. D&#8217;abord les personnes doivent \u00eatre \u00e9vacu\u00e9es et ensuite les secteurs \u00e9vacu\u00e9s doivent \u00eatre soigneusement d\u00e9contamin\u00e9s, pour que plus tard les personnes puissent \u00e9ventuellement revenir dans leurs lieux d&#8217;origine. C&#8217;est la voie la meilleure possible pour confiner la catastrophe de la petite \u00eele Japon. Nous demandons aux hommes et aux femmes partout dans le monde de nous soutenir dans notre exigence qu&#8217;enfin on commence \u00e0 \u00e9tendre les mesures d&#8217;\u00e9vacuation.<\/p>\n<p>Fukushima est toujours encore en situation d&#8217;urgence. La combat continue entre nous d&#8217;un c\u00f4t\u00e9, qui essayons de pr\u00e9server les enfants des d\u00e9g\u00e2ts de l&#8217;irradiation et de l&#8217;autre c\u00f4t\u00e9 \u00ab\u00a0ceux\u00a0\u00bb qui essaient toujours encore de faire passer les d\u00e9g\u00e2ts de l&#8217;accident nucl\u00e9aires pour plus faibles qu&#8217;ils ne sont r\u00e9ellement: en fin de compte mortels pour les enfants.<\/p>\n<p>Apr\u00e8s avoir v\u00e9cu cet accident catastrophique, les gens de Fukushima doivent changer. Nous devons r\u00e9fl\u00e9chir plus profond\u00e9ment et devenir capables de nous faire notre propre jugement et d&#8217;agir selon notre propre volont\u00e9. La population de tout le Japon doit changer. La d\u00e9nucl\u00e9arisation ne signifie pas seulement un changement politique. Elle r\u00e9clame un changement radical de l&#8217;ensemble de la soci\u00e9t\u00e9 japonaise. Conscient de cela, je veux continuer \u00e0 y contribuer.<\/p>\n<p>Merci pour votre attention.<\/p>\n<p><em>Manuskript des Vortrags von Herrn Seiichi Nakate, \u00fcbersetzt aus dem Japanischen ins Englische von Miyuki Otomo und vom Englischen ins Deutsche von Carol-Sue Rombach und Ute Wellstein. Kleine \u00c4nderungen von Daniel Knoll, franz\u00f6sische \u00dcbersetzung von <a href=\"http:\/\/www.scribd.com\/doc\/65393549\/Traduction-Fukushima-18-septembre-2011\" target=\"_blank\">Babette Andree-Munchenbach<\/a> &#8211; Vielen Dank!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manuskript von Herrn Seiichi Nakate, Einwohner von Fukushima zu seinem Vortrag in Freiburg anl\u00e4sslich der European Network Academy for Social Movements (ENA) von Attac am 11.08.2011. Deutsche Fassung &#8211; unten auch englisch und franz\u00f6sisch. Guten Tag. Ich bin Seiichi Nakate aus Fukushima, Japan. Es tut mir leid, aber das ist alles was ich auf Deutsch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[16],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/468"}],"collection":[{"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=468"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/468\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":472,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/468\/revisions\/472"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}