{"id":744,"date":"2012-01-15T23:25:40","date_gmt":"2012-01-15T22:25:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.energiewendeheilbronn.de\/blog\/?p=744"},"modified":"2012-01-16T17:42:54","modified_gmt":"2012-01-16T16:42:54","slug":"rosler-will-energiewende-verhindern-und-alleinherrschaft-der-konzerne-durchsetzen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/2012\/01\/15\/rosler-will-energiewende-verhindern-und-alleinherrschaft-der-konzerne-durchsetzen\/","title":{"rendered":"R\u00f6sler will Energiewende verhindern und Alleinherrschaft der Konzerne durchsetzen"},"content":{"rendered":"<p>Mittags ist die Strom-Nachfrage am gr\u00f6\u00dften und fr\u00fcher waren Mittags die Strompreise auch am h\u00f6chsten &#8211; und die 4 Atomkonzerne konnten besonders dann gro\u00dfe Gewinne einstreichen. Nur: Mittags scheint die Sonne auch am Meisten. Und da die Photovoltaik die am schnellsten wachsende Erzeugungsform  erneuerbarer Energien und die tragende S\u00e4ule der Energiewende in  B\u00fcrgerhand ist, sinken jetzt die Strompreise Mittags. Das macht den 4 gro\u00dfen Energiekonzernen in Deutschland Angst.<\/p>\n<p>Und da die FDP anscheinend &#8211; statt Wettbewerb und viele Erzeuger (und auch noch vorrangig viele Hunderttausend B\u00fcrgerInnen&#8230;) &#8211; lieber die Oligopol-Struktur im Energiesektor zementieren will, setzt R\u00f6sler mal wieder zum Schlag gegen die Erneuerbaren Energien an:<\/p>\n<blockquote><p>Bundeswirtschaftsminister Philipp R\u00f6sler (FDP) fordert eine grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die F\u00f6rderung der Erneuerbaren in ihrer jetzigen Form habe sich \u00fcberlebt, sagte er dem Handelsblatt. \u201eDas sprengt auf Dauer das System und ist nicht zukunftsf\u00e4hig\u201c, sagte der Minister. Besonders kritisch sieht R\u00f6sler die\u00a0 Photovoltaik. Die\u00a0 Ausbaugeschwindigkeit \u00fcbersteige das wirtschaftlich vern\u00fcnftige Ma\u00df. Zwischen der H\u00f6he der F\u00f6rderung und dem Beitrag der Photovoltaik zur Stromversorgung bestehe ein \u201eeklatantes Missverh\u00e4ltnis, das mir weder volkswirtschaftlich noch energiewirtschaftlich sinnvoll oder zukunftsf\u00e4hig erscheint\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>R\u00f6sler spricht sich daf\u00fcr aus, die im\u00a0\u00a0 EEG festgeschriebenen festen Einspeiseverg\u00fctungen aufzugeben. Stattdessen will der Minister die Energieversorger verpflichten, einen bestimmten Teil ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen zu liefern. Sie k\u00f6nnten die Erzeugungsform selbst w\u00e4hlen. Dieses Mengenmodell werde einen Effizienzwettbewerb ausl\u00f6sen, sagte R\u00f6sler. <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/roesler-will-solarfoerderung-zusammenstreichen\/6069208.html\" target=\"_blank\">Quelle: Handelsblatt.de<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Nachdem die FDP ihren Lieblings-Konzernen nicht mehr durch Steuergeschenke und Versicherungs-Befreiungen f\u00fcr deren Atomkraftwerke, \u00fcberh\u00f6hte Strompreise durch mangelnden Wettbewerb im Oligopol und Kriege um Rohstoffe unter die Arme greifen kann, werden jetzt neue Wege gesucht&#8230;<\/p>\n<p>[Update 16.01.2012] Auch EUROSOLAR hat zu der Frechheit von Bundeswirtschaftsminister Philipp R\u00f6sler (FDP) eine Pressemitteilung verfasst:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Klientelpolitik statt Energiepolitik<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Pl\u00e4ne von Bundeswirtschaftsminister R\u00f6sler zielen in die falsche Richtung. <!--more--><\/strong><\/p>\n<p>Das  angeblich so marktkonforme Quotensystem, das laut R\u00f6sler einen  Wettbewerb zwischen den verschiedenen Technologien ausl\u00f6sen soll,\u00a0 ist  in Gro\u00dfbritannien gescheitert. Es ist nachweislich teurer als das  deutsche EEG und hat dazu gef\u00fchrt, dass in Gro\u00dfbritannien weder breit in  Erneuerbare Energien investiert wurde, noch eine neue Industrie mit  hundertausenden neuen Arbeitspl\u00e4tzen entstanden ist wie in Deutschland.<\/p>\n<p>Dabei ist die Strategie R\u00f6slers sehr durchschaubar. Durch zahlreiche   Ausnahmeregelungen wird die EEG-Umlage auf weniger Schultern verteilt   und steigt so k\u00fcnstlich an.\u00a0 Durch die st\u00e4ndige Drohkulisse eines   absoluten Deckels schafft man Torschlusspanik, und gibt sich dann   verwundert, wenn der Zubau neue Rekordh\u00f6hen erreicht. Gleichzeitig   beginnt man eine k\u00fcnstliche Kostendebatte um die Photovoltaik, die   l\u00e4ngst auf dem Weg ist, immer kosteng\u00fcnstiger zu werden. Schon jetzt   senkt sie an der Stromb\u00f6rse die Preise und damit die Profite der   Stromkonzerne. Wenn neue Solarparks und gro\u00dfe Aufdachanlagen schon im   kommenden Jahr Strom g\u00fcnstiger liefern als die Offshore-Windparks der   Gro\u00dfkonzerne, dann wird offensichtlich, wie verfehlt und konstruiert   eine solche Kostendebatte ist.<\/p>\n<p>Aber darum geht es gar nicht.  Auch nicht, dass die Solarenergie  angeblich nur marginale Beitr\u00e4ge\u00a0 zu  unserer Energieversorgung leistet.  Denn dies stimmt nicht mehr. Wenn  selbst an einem Wintertag wie heute  mittags fast sieben Gigawatt in das  Stromnetz eingespeist werden, dann ist  dies nur ein Vorgeschmack auf  die kommenden Monate, wenn die Marke von zehn Gigawatt regelm\u00e4\u00dfig  \u00fcberschritten wird.<\/p>\n<p>Die Erneuerbaren Energien  dr\u00e4ngen zunehmen  in den Mittelpunkt unserer Stromversorgung, mit \u00fcber  20% sind sie eine  der S\u00e4ulen der deutschen Stromversorgung geworden. Da  an manchen Tagen  inzwischen sogar \u00fcber 50% des Stroms durch die  Erneuerbaren  bereitgestellt wird, sind sie es, die nun zunehmend den  Takt unserer  Stromversorgung vorgeben. Der archimedische Punkt, an dem  sie die alten  Strukturen aushebeln, r\u00fcckt in greifbare N\u00e4he. Ist er  \u00fcberschritten,  haben sich zwangsl\u00e4ufig alle anderen Akteure nach den  Erneuerbaren zu  richten. Den Status einer blo\u00dfen Beimischung haben sie  l\u00e4ngst hinter  sich gelassen.<\/p>\n<p>&#8222;Ohne das\u00a0 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)  w\u00e4re eine solche Dynamik  gar nicht m\u00f6glich gewesen. Das EEG ist gerade  deswegen so erfolgreich,  weil mit ihm die hohe Investitionsbereitschaft  der deutschen B\u00fcrger, des  Mittelstand und der Stadtwerken genutzt  wird, um dem Umbau unseres  Energiesystems voranzutreiben.\u00a0<a title=\"Regional\u00f6konomische Effekte Erneuerbarer Energien, Solarzeitalter 3\/2011\" href=\"http:\/\/www.eurosolar.de\/de\/images\/stories\/pdf\/SZA_3_2011\/Hirschl_at_al_SZA_3_2011.pdf\"> Das st\u00e4rkt die Wirtschaftskraft von  Kommunen und Landkreisen <\/a>und  ist einer der entscheidenden Gr\u00fcnde f\u00fcr die  hohe Akzeptanz der  Erneuerbaren Energien in der Bev\u00f6lkerung &#8222;, so Irm  Scheer-Pontenagel,  Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin EUROSOLAR. Die Mengen- und\u00a0 Kostendebatte ist deshalb  v\u00f6llig verfehlt, sie hat mit  der Realit\u00e4t nichts zu tun.<\/p>\n<p>Nun  muss man sich fragen, was die Triebfeder  f\u00fcr das Handeln von  Bundesminister R\u00f6sler ist. Offensichtlich stellt er sich auf die Seite  der Verlierer, der  fossil-atomar gepr\u00e4gten Gro\u00dfkonzerne. Denn sie sind  die Zaung\u00e4ste der  Energiewende, deren Macht immer weiter beschnitten  wird.\u00a0 Zentrale  fossile Grundlastkraftwerke werden zu Fremdk\u00f6rpern und  rentieren sich  nicht mehr. Damit ist der Kern des Gesch\u00e4ftsmodells der  Stromkonzerne  bedroht, die mit den neuen dezentralen Strukturen  offensichtlich nicht  zurechtkommen. Sie m\u00f6chten den Zustand wieder  herstellen, in dem  Stromversorger und Stromkunde klar von einander  getrennt sind.<\/p>\n<p>Mit Bundesminister R\u00f6sler haben sie einen  F\u00fcrsprecher gefunden, der  sich dezidiert f\u00fcr ihre Partikularinteressen  einsetzt. Statt  Wirtschaftspolitik betreibt er Klientelpolitik zu  Lasten der  Allgemeinheit und der Zukunftsf\u00e4higkeit unserer  Volkswirtschaft. Dies  allein ist der Grund, warum er nun einen Deckel  fordert <a href=\"http:\/\/www.unendlich-viel-energie.de\/uploads\/media\/EU_Foerdermodelle_auf_Pruefstand_2010.pdf\">und das  erfolglose und teure Quotensystem <\/a>nach Deutschland holen will und andere  Stimmen sogar den Einspeisevorrang f\u00fcr die Erneuerbaren noch weiter  beschneiden wollen.<\/p>\n<p>Statt der Bewahrung \u00fcberkommener Strukturen gilt es nun, das   Energiesystem zugunsten der Erneuerbaren Energien umzubauen, mit   flexibleren und virtuellen Kraftwerken sowie Energiespeichern und dem   Aufbau intelligenter Stromnetze f\u00fcr die dezentrale Einspeisung. Das ist   die eigentliche Aufgabe einer zukunftsweisenden Wirtschaftspolitik. Die   notwendigen Akteure hierf\u00fcr stehen schon bereit.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.eurosolar.de\/de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=1593&amp;Itemid=379\" target=\"_blank\">Quelle: Eurosolar<\/a><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittags ist die Strom-Nachfrage am gr\u00f6\u00dften und fr\u00fcher waren Mittags die Strompreise auch am h\u00f6chsten &#8211; und die 4 Atomkonzerne konnten besonders dann gro\u00dfe Gewinne einstreichen. Nur: Mittags scheint die Sonne auch am Meisten. 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