{"id":778,"date":"2012-01-26T20:01:35","date_gmt":"2012-01-26T19:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.energiewendeheilbronn.de\/blog\/?p=778"},"modified":"2012-01-26T20:09:44","modified_gmt":"2012-01-26T19:09:44","slug":"atomregion-heilbronn-auch-unter-tage","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/2012\/01\/26\/atomregion-heilbronn-auch-unter-tage\/","title":{"rendered":"Atomregion Heilbronn &#8211; auch unter Tage"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-779 alignnone\" title=\"UEV.de - Hohlraueme\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/UEV-de_Hohlraueme.jpg\" alt=\"L\u00f6cher stopfen mit radioaktivem M\u00fcll\" width=\"643\" height=\"173\" srcset=\"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/UEV-de_Hohlraueme.jpg 643w, http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/UEV-de_Hohlraueme-150x40.jpg 150w, http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/UEV-de_Hohlraueme-250x67.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 643px) 100vw, 643px\" \/><br \/>\nManuskript f\u00fcr die Pressekonferenz \u00fcber den radioaktiven M\u00fcll in den Salzbergwerken Heilbronn und Bad-Friedrichshall-Kochendorf, 26.1.2012:<\/p>\n<p>&#8222;Atomkraft ist ein Verbrechen an der Menschheit. Und wir sitzen in Heilbronn in einem der Brennpunkte.<br \/>\nIch frage mich, warum muss man den Menschen hier, zus\u00e4tzlich zu den vier dramatischen Atomgefahren in unmittelbarer N\u00e4he, ohne Not und ohne ehrliche Diskussion eine 5. Atomgefahr hinzuf\u00fcgen? Ich pers\u00f6nlich sehe da auch eine Kontinuit\u00e4t zur traurigen Geschichte als Atombombenstandort.<\/p>\n<p><strong>Die Lagerung von riesigen Mengen radioaktiven Materials 200 m unter Heilbronn und Kochendorf ist vermutlich das kleinste unserer atomaren Probleme hier, aber m\u00f6glicherweise das am Weitesten in die Zukunft reichende.<\/strong> Heilbronn ist nicht Gorleben oder Morsleben, ist nicht Asse oder Schacht Konrad. Aber beim Verharmlosen, Vertuschen und Beschimpfen der kritischen \u00d6ffentlichkeit, da gibt es durchaus Parallelen.<!--more-->Eine weitere Parallele ist: die Sicherheit eines Lagers h\u00e4ngt auch von der klaren und langfristigen Information dar\u00fcber ab, was dort wie gelagert ist.<\/p>\n<p>Im Heilbronner Fall besonders bitter finde ich, dass es bei den Kernschmelzabf\u00e4llen von Siempelkamp um staatlich gef\u00f6rderte Vorarbeiten f\u00fcr AKW-Neubauten ging.<\/p>\n<p>Da wir die atomaren Risiken sachlich und seri\u00f6s beurteilen, k\u00f6nnen wir sehr gut unterscheiden zwischen den verschiedenen Formen der Bedrohung:<\/p>\n<p>Ganz klar <strong>die gr\u00f6\u00dfte Gefahr geht vom Weiterbetrieb des Blocks 2 in Neckarwestheim und vom Abklingbetrieb des Blocks 1 dort aus<\/strong>. Sekunden k\u00f6nnen da \u00fcber die Vernichtung der ganzen Region entscheiden. Und jeder Tag Betrieb erh\u00f6ht die Krebsbelastung der Region.<\/p>\n<p>Die <strong>zweitgr\u00f6\u00dfte Gefahr steckt im R\u00fcckbau des ebenfalls nahe gelegenen AKW Obrigheim, der unter laufendem Abklingbetrieb stattfindet<\/strong>.<\/p>\n<p>Die <strong>dritte Gefahr liegt im Neckarwestheimer Castorlager<\/strong>, das nicht gen\u00fcgend gegen Erdbeben und Terrorangriffe gesch\u00fctzt ist und dessen zentrale Ablufteinrichtung, welche st\u00e4ndig den Abtransport mehrerer Megawatt W\u00e4rme gew\u00e4hrleisten muss, aus ungeeignetem Beton gebaut wurde.<br \/>\nDie Bedeutung des Castorlagers ist noch dramatisch h\u00f6her zu bewerten, falls es doch l\u00e4nger als 40 Jahre betrieben wird und <strong>quasi zum Endlager<\/strong> w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Etwa gleichauf sehe ich die Gefahren aus dem kommenden R\u00fcckbau von Block 1 und dann auch Block 2 des GKN. Ein schadloser R\u00fcckbau ist nicht m\u00f6glich. Ein AKW hinterl\u00e4sst unglaubliche Mengen an strahlendem M\u00fcll aller Kategorien. Der R\u00fcckbau selbst, in meinen Augen ein jahrzehntelanges Improvisieren, kann vielf\u00e4ltig Radioaktivit\u00e4t in die Umwelt freisetzen<\/strong>, von der Strahlenbelastung der Arbeiter ganz abgesehen. Und dann stellt sich die Frage, wohin mit dem M\u00fcll. F\u00fcr keine Kategorie gibt es ein sicheres Endlager. Je h\u00f6her strahlend der M\u00fcll eingesch\u00e4tzt wird, umso teurer wird die Lagerung. Und es geht um gro\u00dfe Mengen. Durch den gleichzeitigen Abbau mehrerer AKWs plus weiterer Anlagen z.B. in J\u00fclich entsteht nicht nur ein lukrativer Markt f\u00fcr R\u00fcckbaufirmen wie z.B. Siempelkamp und die bundeseigenen Energiewerke Nord, sondern es entsteht auch ein Konkurrenzkampf um Lagerkapazit\u00e4ten. Damit droht auch ein weiterer Atomm\u00fclltourismus national und international. F\u00fcr Obrigheim gab es ja offensichtlich schon Sondierungen in Richtung Russland.<\/p>\n<p>In diesem Markt haben sich die Heilbronner Salzwerke aufgestellt, mit dem <strong>Slogan \u201eDiese Hohlr\u00e4ume stellen eine wertvolle Ressource dar\u201c<\/strong>. Das bedeutet, man bietet sich denen an, die bereit sind viel Geld auszugeben, um etwas los zu werden. Je heikler das Material, desto h\u00f6her der Preis. Wer in unfassbar gro\u00dfer Menge \u201efreigemessenen\u201c M\u00fcll aus dem R\u00fcckbau einer Brennelementefabrik lagert, hat sicher auch die Versuchung, beim R\u00fcckbau der Atomkraftwerke wieder Geld einzunehmen. Und deshalb reicht mir pers\u00f6nlich die vage Absichtserkl\u00e4rung der Salzwerke nicht, dass man solches derzeit nicht plane. <strong>Hier fordere ich eine klare und wasserdichte Festlegung von Stadt Heilbronn und Land Baden-W\u00fcrttemberg<\/strong>.<\/p>\n<p>Gerade die dreifache Rolle des Landes macht mir Sorgen, und dass die neue Landesregierung bez\u00fcglich R\u00fcckbau in Obrigheim gerade den traurigen Kurs der alten Regierung fortsetzt, l\u00e4sst mir keine Ruhe.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte es verdeutlichen:<br \/>\nDie Landesregierung ist \u00fcber die EnBW ma\u00dfgeblicher Akteur beim R\u00fcckbau in Obrigheim, Neckarwestheim und Philippsburg, sie muss also M\u00fcll loswerden.<br \/>\nSie ist zugleich \u00fcber die Salzwerke Anbieter entsprechender Lagerkapazit\u00e4t.<br \/>\nUnd die Aufsicht \u00fcber das Ganze liegt auch wieder bei ihr selbst.<\/p>\n<p>Da ist auch Herr Staatsekret\u00e4r Rust als Aufsichtsratsvorsitzender der Salzwerke gefordert.<\/p>\n<p>Wohin das R\u00fcckbaumaterial der AKWs kommt, muss in einem transparenten Prozess diskutiert und entschieden werden. Freimessen und heimlich in einer Deponie verstecken kann keine L\u00f6sung f\u00fcr die schweren Probleme sein, die uns mit der Atomenergienutzung aufgeladen wurden.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich gibt es nur eine Konsequenz aus des Gefahren der Atomkraft und aus den ungel\u00f6sten M\u00fcllproblemen: <strong>Alle Atomanlagen m\u00fcssen sofort stillgelegt werden, um nicht immer noch mehr M\u00fcll zu produzieren!<\/strong>&#8222;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manuskript f\u00fcr die Pressekonferenz \u00fcber den radioaktiven M\u00fcll in den Salzbergwerken Heilbronn und Bad-Friedrichshall-Kochendorf, 26.1.2012: &#8222;Atomkraft ist ein Verbrechen an der Menschheit. Und wir sitzen in Heilbronn in einem der Brennpunkte. 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