{"id":909,"date":"2012-03-17T16:12:17","date_gmt":"2012-03-17T15:12:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.energiewendeheilbronn.de\/blog\/?p=909"},"modified":"2012-03-17T16:12:17","modified_gmt":"2012-03-17T15:12:17","slug":"philippsburg-2-gravierende-sicherheitslucken-erst-nach-25-jahren-teilweise-behoben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/energiewendeheilbronn.de\/blog\/2012\/03\/17\/philippsburg-2-gravierende-sicherheitslucken-erst-nach-25-jahren-teilweise-behoben\/","title":{"rendered":"Philippsburg 2: Gravierende Sicherheitsl\u00fccken erst nach 25 Jahren teilweise behoben"},"content":{"rendered":"<p><strong>IPPNW-Pressemitteilung:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Nachr\u00fcstung erst rund 25 Jahre nach Betriebsbeginn<\/p>\n<p>Skandal im Atomkraftwerk Philippsburg<\/p>\n<p>Aktuelle Untersuchungen der baden-w\u00fcrttembergischen Atomaufsicht machen deutlich, dass gravierende Sicherheitsl\u00fccken im Atomkraftwerk Philippsburg-2 sp\u00e4testens seit 2004 bekannt waren, aber erst viereinhalb Jahre sp\u00e4ter behoben wurden. Nach Auffassung der atomkritischen \u00c4rzteorganisation IPPNW macht das deutlich, dass Atomkraftwerke in Deutschland mit gef\u00e4hrlichen Sicherheitsl\u00fccken betrieben werden, selbst wenn sie Betreibern, Gutachtern und Atombeh\u00f6rden bekannt sind.<!--more--><\/p>\n<p>Im Jahr 2004 k\u00fcndigte die EnBW als Betreiber des Atomkraftwerks Philippsburg-2 der Atomaufsicht den geplanten Austausch weniger Armaturen und Rohrleitungst\u00fccke sowie von \u00c4nderungen an \u201eerdbebenfesten\u201c St\u00fctzsystemen f\u00fcr Rohrleitungen und Armaturen an. Bei diesen \u00fcberschaubar wenigen Ma\u00dfnahmen ging es um die Begrenzung des Super-GAU-Risikos aufgrund interner \u00dcberflutung bzw. aufgrund eines im Rheingraben m\u00f6glichen Erdbebens. Die gravierenden Sicherheitsl\u00fccken waren EnBW vermutlich schon lange vor 2004 bekannt.<\/p>\n<p>Dennoch lie\u00df man sich mit dieser ebenso kleinen wie sicherheitstechnisch bedeutsamen Nachr\u00fcstung sehr viel Zeit: Urspr\u00fcnglich sollten die \u00c4nderungen 2006 begonnen und 2007 zu Ende gebracht werden. 2008 teilte der T\u00dcV S\u00fcd der Aufsichtsbeh\u00f6rde mit, dass die \u00c4nderungsma\u00dfnahmen erst 2008 und 2009 umgesetzt werden sollten. 2008 wurden dann \u201elediglich vorbereitende Arbeiten\u201c durchgef\u00fchrt, wie das Physikerb\u00fcro Bremen in seinem aktuellen Gutachten f\u00fcr die Atomaufsicht anmerkt. Die eigentliche Durchf\u00fchrung von Nachr\u00fcstma\u00dfnahmen (wenige Rohrleitungsst\u00fccke und dergleichen) erfolgte schlie\u00dflich erst im Mai 2009 \u2013 rund viereinhalb Jahre nach der offiziellen Ank\u00fcndigung gegen\u00fcber der Atombeh\u00f6rde und knapp 25 Jahre nach dem erstmaligen Anfahren des Atomkraftwerks im Jahr 1984. Diese Nachr\u00fcstung f\u00fchrte dennoch nicht zur Beseitigung, sondern lediglich zu einer Begrenzung des Risikos.<\/p>\n<p>\u201eDer Fall Philippsburg macht deutlich: Atomkraftwerke werden in Deutschland rund 25 Jahre lang oder auch l\u00e4nger mit gef\u00e4hrlichen Sicherheitsl\u00fccken betrieben, und selbst wenn Sicherheitsdefizite erkannt werden, lassen sich Betreiber, Gutachter und Atombeh\u00f6rden sehr viel Zeit, um diese punktuell zu beheben. Dass schlie\u00dflich bei der Durchf\u00fchrung der wenigen Nachr\u00fcstungsma\u00dfnahmen \u2013 unter scheinbarer Beobachtung der letztlich von den Stromkunden teuer bezahlten Gutachterorganisationen \u2013 auch noch gef\u00e4hrliche Schlampereien passieren, wie jetzt offiziell festgestellt wurde, geh\u00f6rt in der deutschen Atomindustrie erfahrungsgem\u00e4\u00df zum Gesch\u00e4ft\u201c, moniert IPPNW-Vorstandsmitglied Reinhold Thiel. \u201eEs ist bittere Realit\u00e4t, dass die Atomenergie auch in Deutschland nicht beherrschbar ist und dass es in den derzeit noch in Betrieb befindlichen Anlagen beim Zusammenfallen ung\u00fcnstiger Randbedingungen tats\u00e4chlich jeden Tag zum Super-GAU kommen kann.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Hauptskandal besteht darin, dass deutsche Atomkraftwerke 25 Jahre oder l\u00e4nger mit gef\u00e4hrlichen Sicherheitsl\u00fccken betrieben werden. M\u00f6glicherweise besteht dieselbe oder eine vergleichbare Sicherheitsl\u00fccke noch immer in anderen Anlagen\u201c, so IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz. \u201eDer erste Nebenskandal besteht darin, dass sich Betreiber, Atombeh\u00f6rden und Gutachter selbst mit relativ kleinen Nachr\u00fcstma\u00dfnahmen jahrelang Zeit lassen, selbst wenn diese einhellig als notwendig erkannt werden. Der zweite Nebenskandal besteht darin, dass \u2013 wie jetzt vom Gutachter der baden-w\u00fcrttembergischen Atomaufsicht moniert \u2013 w\u00e4hrend der sp\u00e4ten Durchf\u00fchrung der Nachr\u00fcstung die Brandbek\u00e4mpfung im Reaktorgeb\u00e4ude 16 Tage lang beeintr\u00e4chtigt war.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\/startseite\/artikel\/f8ecebcb67\/nachruestung-erst-rund-25-jahre-nach.html\" target=\"_blank\">IPPNW.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>IPPNW-Pressemitteilung: Nachr\u00fcstung erst rund 25 Jahre nach Betriebsbeginn Skandal im Atomkraftwerk Philippsburg Aktuelle Untersuchungen der baden-w\u00fcrttembergischen Atomaufsicht machen deutlich, dass gravierende Sicherheitsl\u00fccken im Atomkraftwerk Philippsburg-2 sp\u00e4testens seit 2004 bekannt waren, aber erst viereinhalb Jahre sp\u00e4ter behoben wurden. 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