2022-08-04 | Energiewende Heilbronn: Fr 5.8. Demo gegen Laufzeitverlängerung • Fakten statt Emotionen

Newsletter vom 04.08.2022 im Newsletter-Archiv des Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn

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  • Fakten statt Emotionen
  • 5.8.: Heilbronn-for-Future Demo gegen Laufzeitverlängerung
  • 9.8.: Energiewende-Treffen ausnahmsweise Dienstags
  • 20.8.: Anti-Atom-Radtour 2022
  • 0,6 Prozent Erdgas-Reduktion
  • Frankreich importiert Strom
  • Frankreich setzt auf Erneuerbare
  • Großbritannien hat 2022 schon 3 Atomkraftwerke abgeschaltet
  • Kritik an TÜV-Gutachten
  • BUND legt aktuelle Studie zum Sicherheitszustand der laufenden Atomkraftwerke vor
  • Faktenblatt: Atomkraft und die Abhängigkeit von Russland 

Hallo,

mit einer faktenfreien und rein emotionalen Debatte wird aktuell über Laufzeitverlängerungen für die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland debattiert. Dabei ist klar: Atomkraftwerke gefährden massiv die Versorgungssicherheit. Das zeigt aktuell das Beispiel Frankreich. Und Atomkraftwerke können kaum Erdgas einsparen: Als unflexible Grundlastkraftwerke verdrängen sie Erneuerbare Energien, können Erdgaskraftwerke mit Wärmeauskopplung (wie das geplante EnBW-Erdgaskraftwerk Heilbronn) nicht ersetzen, auch bei Brennstäben sind wir von Russland abhängig und eine Laufzeitverlängerung wäre nur mit massivem Ignorieren von Sicherheits-Regeln möglich.

Die jeweils letzte größere, sog. periodische Sicherheitsüberprüfung der drei letzten Atomkraftwerke  in Deutschland fand 2009 statt – vor jetzt 13 Jahren. Der eigentlich 10-jährige Turnus wurde wegen des konkreten Abschalttermins zum 31.12.22 ausgesetzt – seither befinden sich die AKWs im sicherheitstechnischen Blindflug.

„Auch in Japan gab es schon vor dem Tsunami Berechnungen, dass die Tsunamiauslegung zu schwach war. Auch für den Standort in Fukushima. Man hatte nicht umgerüstet und für den ersten Block in Fukushima Daiichi hätte man auch nie umgerüstet, weil: Dieser sollte auch im Jahr danach, also 2012, abgeschaltet werden“ (Deutschlandfunk) Kurz vorher, am 11. März 2011, explodierten die Kraftwerke.

Mit der Debatte wird völlig unverantwortlich von den echten und großen Erdgas-Einsparmöglichkeiten abgelenkt. Beispiele dafür unten im Newsletter.

Neben drei Terminhinweisen gibt es in diesem Newsletter daher Texte und Links zu Fakten, die in der Medien-Öffentlichkeit aktuell nicht in die Kampagne passen und daher nur am Rande vorkommen.


Fr, 5.8., 16:30 Uhr, Start am Kiliansplatz

Heilbronn-for-Future Demo gegen AKW Weiterbetrieb

Wir freuen uns dass Heilbronn for Future die monatliche Klima-Demo unter das Motto "Atomkraft nein Danke" gestellt hat. Wir müssen der unehrlichen Kampagne für längeren AKW-Betrieb eine klare Position entgegen setzen: nicht mit uns!

Jeder Tag AKW-Betrieb blockiert Energiewende und Klimaschutz.

Lassen wir nicht zu, dass die zukunftsfeindlichen Kräfte die Oberhand gewinnen, auch wenn viele Medien deren Lautsprecher spielen.

Anti-Atom-Radtour


Energiewende-Treffen

Unser nächstes Treffen am 09.08. findet ausnahmsweise Dienstags statt. Ab 19:30 Uhr treffen wir uns draußen oder online. Die wetterabhängige Entscheidung und den Treffpunkt schicken wir gerne auf Anfrage zu.

Wir freuen uns über Spenden für unsere Aktivitäten:

Bund der Bürgerinitiativen mittlerer Neckar e.V.
Stichwort „Energiewende Heilbronn“
VR-Bank Stromberg-Neckar eG
IBAN DE04 6049 1430 0471 7900 01
BIC GENODES1VBB

Spenden mit diesem Stichwort kommen direkt der Arbeit des Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn zugute. Die Gemeinnützigkeit unseres Dachverbands BBMN e.V. im Sinne des Umweltschutzes ist anerkannt. Die Spenden sind steuer­ab­zugs­fähig.

Vielen Dank!

Fukushima-Demo

Anti-Atom-Radtour

Anti-Atom-Radtour 2022
Dem Ausstieg entgegen – die Zukunft ist erneuerbar!

Am 20. August macht die Tour in Heilbronn und Neckarwestheim Station

Vom 9. Juli bis 31. Juli 2022 und vom 13. August bis 4. September 2022 feiert .ausgestrahlt zusammen mit vielen lokalen Initiativen und anderen Umweltorganisationen an zahlreichen atompolitisch bedeutenden Orten den kommenden Ausstieg und weist gleichzeitig auf bleibende Herausforderungen und aktuelle Konflikte hin. Zusammen mit Hunderten, die sich in den letzten Jahrzehnten gegen Atomkraft und für die Energiewende eingesetzt haben und gegen einen fossil-atomaren Rollback kämpfen, radeln wir dem Ausstieg entgegen in eine erneuerbare Zukunft!

Per Fahrrad geht es zuerst in Norddeutschland und danach in Süddeutschland zu noch laufenden AKW, bereits abgeschalteten Reaktoren, verhinderten Kraftwerken, Atommüll-Zwischenlagern, Deponien für „freigemessene“ strahlende Abfälle, potenziellen Standorten für ein geologisches Tiefenlager, Atomfabriken, Firmensitzen der Atomindustrie und grenznahen Atomanlagen in den Nachbarländern.

Protestbewegungen sind nicht sonderlich geübt darin, eigene Erfolge zu feiern. Meist gibt es ja noch genug Kritikwürdiges, selbst wenn ein Teilerfolg erreicht wurde. So ist es auch 2022, wenn die letzten Leistungsreaktoren in Deutschland vom Netz gehen. Deshalb verbindet die Anti-Atom-Radtour Schauplätze großer Erfolge mit Orten, an denen es atompolitisch weiter brennt. Aber bei allen ungelösten Problemen: Das Feiern soll nicht zu kurz kommen! Schließlich ist die Anti-Atom-Bewegung einst gegen sehr mächtige Gegner*innen angetreten. Wer sich das bewusst macht, kann gar nicht anders, als sich mächtig über das Erreichte zu freuen. Und durch das Feiern auch neue Energie zu tanken für aktuelle und kommende Auseinandersetzungen.

Alle Infos zur Radtour, immer aktuell, gibt es hier bei .ausgestrahlt

Wenn ihr die ganze Tour oder Abschnitte davon inkl. Übernachtungen mitradeln wollt meldet euch bitte bald an, damit gut geplant werden kann. Einzelne Abschnitte kann man auch ohne Anmeldung mitfahren. Bei den Haltepunkten in Helbronn und Neckarwestheim freuen wir uns über viel Publikum! Details folgen (nach der Anmeldung bei der Versammlunsgbehörde) - bitte haltet euch schonmal die Zeiträume frei:

  • Sa 20.8., um die Mittagszeit: Einstiegspunkt für alle Radler*innen an Heilbronns Nördlicher Stadtgrenze.
    Dort begrüßen wir die Radlerinnen der Etappe Süd und informieren über das Kohlekraftwerk und den geplanten Bau eines Gaskraftwerk der ENBW und unsere Kritik dazu. Gemeinsam radeln wir weiter nach Heilbronn.
  • Ankunft in Heilbronn. Dort hoffen wir auf die Begrüßung vieler Fridays und anderer Heilbronner*innen. Info und Kritik zur Atomschutt-Deponie Heilbronn auf der Deponie Vogelsang, wo das „freigemessene Material vom Rückbau“ vom AKW Neckarwestheim deponiert wird.
    Musikalisch umrahmt wird die Mittagspause von Liedermacher Gerd Schinkel.
    Für das gemeisame Mittagessen sorgt die Demo- und Camp-Küche „Fläming Kitchen“
  • Weiterradeln nach Neckarwestheim
  • Nachmittags: Einstiegspunkt in Lauffen
  • am späten Nachmittag: Zwischenstopp am Atomkraftwerk mit Buchstabenaktion
  • Abends Ankunft Übernachtungsort Ilsfeld Ludwig-Nippert-Hütte, gemütlicher Abend mit Liedermacher Gerd Schinkel

0,6 Prozent: Laufzeitverlängerungen sparen keine relevanten Mengen Erdgas.

Das hat der bdew schon im März berechnet. Der bdew ist der Lobbyverband aller großen Energiekonzerne, aber auch vieler lokaler, kommunaler Unternehmen. Die Mitglieder repräsentieren rund 90 Prozent des Strom- und gut 60 Prozent des Nah- und Fernwärmeabsatzes, 90 Prozent 
des Erdgasabsatzes, über 90 Prozent der Energienetze sowie 80 Prozent der Trinkwasser-Förderung.

Das ist also bestimmt kein vermeintlich einseitiger Umweltverband.

Dieser Verband hat berechnet dass ein Weiterbetrieb der Atomkraftwerke im Jahr 2023 nur 3 TWh Stromerzeugung in Gaskraftwerken reduzieren würde. "Der größte Teil der Erdgaskraftwerke muss wegen der Sicherstellung der Wärmeversorgung von Bevölkerung und Betrieben über Kraft-Wärme-Kopplung weiter betrieben werden." Insgesamt verbraucht Deutschland laut bdew 998 TWh Erdgas pro Jahr.

Andere Maßnahmen könnten 188 TWh Erdgas sparen, z.B.:
- 64 TWh Kurzfristige Umstellung von ungekoppelten (= Kraftwerke ohne gleichzeitige Wärmeerzeugung) Erdgas- auf Steinkohlekraftwerke aus der Netzreserve und Braunkohle-Kraftwerke der Sicherheitsbereitschaft. 
- 47 TWh Haushalte*
- 33 TWh Umstellung derjenigen gekoppelten Erdgaskraftwerke für deren Wärmeerzeugung es alternative Wärmequellen an den jeweiligen Standorten gibt.

*Als Faustregel kann gelten, dass eine Reduzierung der Raumtemperatur in der Heizperiode um 1 Grad eine Verbrauchsminderung von etwa 5-6 % bewirkt. Zudem kann durch verändertes Lüftungsverhalten insbesondere in der Übergangszeit und Beachtung weiterer Effizienztipps der Heizenergieverbrauch in den Wohnungen reduziert werden. Auch durch einfache technische Eingriffe wie Abstellen der Warmwasserzirkulation oder smarte Heizungsthermostate lässt sich der Energiebedarf vermindern. Diese Potenziale könnten über eine gezielte massive Informationskampagne von Versorgern und Bundesregierung zumindest zu einem Teil erschlossen werden.

Kommentar: Statt eine solche Informationskampagne zu starten, lenken unverantwortliche Politiker lieber mit einer nutzlosen Kampagne für Laufzeitverlängerungen von echten Lösungen ab.

Die bdew-Studie kann hier eingesehen werden


Frankreich importiert Strom
- und was das mit französischem Rotwein für die Schweiz zu tun hat

Unfassbar hartnäckig hält sich die Lüge vom Atomstrom aus Frankreich, der uns angeblich irgendwie helfen würde. Das Gegenteil ist korrekt: Wir exportieren seit Jahren Strom nach Frankreich.

Der hohe Gasstromverbrauch in DE hängt aktuell auch damit zusammen, dass wir alles was die Leitungen hergeben an Strom nach Frankreich exportieren, um dort die wegen Rissen in Rohren abgeschalteten altersschwachen AKW zu kompensieren. Über die Hälfte der AKW-Leistung ist in Frankreich aktuell stillgelegt. Trotz Energie-Krise. In Deutschland lässt man AKW mit Risse einfach weiterlaufen. Vielleicht weil sich die konservative grüne Landesregierung keine ideologischen Abschaltungen vorwerfen lassen will?

Die Zeit berichtet:

"Das Problemkind Europas bei der Stromversorgung ist eindeutig Frankreich", sagt Bruno Burger, Energieexperte am Freiburger Fraunhofer Institut. Der französische Dauer-Import sei erst einmal eine schlechte Nachricht für Deutschland, weil grundsätzlich das europäische Angebot sinkt – und das bedeutet für den Endkunden langfristig höhere Strompreise. "Frankreich importiert seit Jahren mehr Strom aus Deutschland, als dass es exportiert." Burger wertet auf der Seite energy-charts.info die täglichen Importe und Exporte europäischer Länder aus. Er beruft sich dabei auf Daten der Europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E, die wiederum Daten der Börsen beziehen. Seine Graphen zeigen, dass Frankreich mindestens seit 2015 mehr Strom aus Deutschland importiert, als es exportiert. Das zeigen auch die Zahlen des französischen Netzbetreibers RTE. Auf seiner Seite kann auch der französische Stromhandel dieser Augusttage mit denen früherer Jahre verglichen werden: Stets musste Frankreich mehr einkaufen, als es an andere Länder verkaufen konnte.

[...]

Trotzdem hält sich im Nachbarland und auch in deutschen Diskussionen hartnäckig die Annahme, Deutschland müsse französischen Atomstrom nutzen. Diese Behauptung fußt häufig auf Graphen, die Stromflüsse von Frankreich nach Deutschland zeigen – nicht aber den tatsächlichen Stromeinkauf. Burger beobachtet diese Falschinformation schon seit Jahren – sowohl statista.de als auch das Statistische Bundesamt und zahlreiche Beiträge auf Social Media verwechselten immer die Stromflüsse mit dem Stromhandel. "Es kommt nur darauf an: Wer hat den Strom verkauft, und wer hat ihn gekauft?" Wenn jemand mit Rotwein in Frankreich losfahre und dann diesen über Deutschland in die Schweiz bringe, dann sei dies auch kein Rotwein für Deutschland. Aber genau auf diese Weise würden die Stromflüsse fehlinterpretiert: Der französische Strom fließe zwar durch deutsche Leitungen, würde aber über die Schweiz nach Italien geführt.

hier gehts zum ganzen Zeit-Artikel


Frankreich setzt massiv auf Erneuerbare

Noch so ein hartnäckiges Gerücht ist der angebliche Sonderweg Deutschlands für Klimaschutz und Versorgungssicherheit auf Erneuerbare Energien zu setzen. Dagegen zeigt sogar ein Blick nach Frankreich, dass selbst die stolze Atom-Nation massiv auf Erneuerbare Energien setzt, weil Atomstrom die Versorgungsprobleme nicht lösen kann.

Als der französische Präsident in seiner programmatischen Wahlkampf-Rede im Februar stolz den Neubau von "SMR" (kleine Reaktoren, weil das letzte Prestige-Projekt "EPR" gescheitert ist) verkündete, wurde in deutschen Presseberichten überall verschwiegen was er im zweiten Teil seiner Rede sagte. Das offenbart erst die Recherche der original Rede: Der Neubau brauche leider viel zu lange!

Macro schwenkt tatsächlich vom jahrzehnte langen Atomkurs auf einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien um. Er kündigte einen massiven Ausbau der Offshore-Windkraft an (mehr als DE in den letzten 10 Jahren zugebaut hat) und eine riesige Photovoltaik-Offensive.

Die original Rede ist hier auf der Webseite des Elysee-Palasts zu finden (unten)

Automatische Google-Übersetzung

Auszüge aus der Rede:

[...] Erstens, erneuerbare Energien massiv auszubauen, einfach weil dies die einzige Möglichkeit ist, unseren unmittelbaren Strombedarf zu decken, wo der Bau eines Kernreaktors 15 Jahre dauert und daher sehr kurzfristig [...]

Vorrangig wird die Solarenergie – weil sie kostengünstiger ist und sich besser in die Landschaft einfügt – Gegenstand besonderer Anstrengungen sein. Bis 2050 werden wir die installierte Leistung auf über 100 Gigawatt fast verzehnfachen [zum Vergleich: in Deutschland wurden 58 Gigawatt gebaut], indem wir für ein faires Gleichgewicht zwischen den Installationen auf dem Dach und denen auf dem Boden sorgen. Lassen Sie uns wieder pragmatisch sein. [...]

Als nächstes soll die Offshore-Windkraft ausgebaut werden, um bis 2050 rund 40 Gigawatt in Betrieb zu nehmen [Deutschland: bislang 7,8 Gigawatt], also rund 50 Offshore-Windparks, und ab diesem Jahr werden wir den ersten Offshore-Windpark vor Saint-Nazaire in Betrieb nehmen. Aber auch hier haben wir damit begonnen, einen französischen Industriesektor nachzubilden und einzusetzen. Die Fabriken in Le Havre, Saint-Nazaire und Cherbourg werden alle notwendigen Ausrüstungen bereitstellen, und wir werden auch dort die Beschäftigung und Investitionen in der Industrie weiter entwickeln, damit diese starke Entscheidung für Offshore-Windenergie mit der Schaffung von Arbeitsplätzen überall auf unserem Territorium einhergeht.


Großbritannien hat 2022 schon 3 Atomkraftwerke abgeschaltet nachdem schon 2021 ebenfalls 3 AKW stillgelegt wurden

Großbritannien hat diesen Montag bereits das dritte Atomkraftwerk in diesem Jahr endgültig abgeschaltet. Auch letztes Jahr wurden bereits drei Reaktoren endgültig stillgelegt
Die stark verzögerten und extrem teuren Neubauten werden den Verlust nicht ausgleichen können.

Extrem wenige deutsche Medien berichten:

https://www.iwr.de/ticker/stromversorgung-grossbritannien-schaltet-zweites-atomkraftwerk-in-diesem-jahr-endgueltig-ab-artikel4608

https://www.fr.de/wirtschaft/atomkraft-in-grossbritannien-mehr-laufzeit-no-thanks-91700238.html

https://www.klimareporter.de/strom/keine-laufzeitverlaengerung-in-grossbritannien


Kritik an TÜV-Gutachten

Greenpeace hat eine Stellungnahme von Rechtsanwalt Dr. Ulrich Wollenteit veröffentlicht: Es geht um die vom „TÜV SÜD Industrie Service GmbH“ erstellten „Bewertung der konkreten erforderlichen technischen Maßnahmen für einen Weiterbetrieb des KKI 2 bzw. eine Wiederinbetriebnahme des Blocks C des KRB II“, mit der Söder für die Laufzeitverlängerung trommelt.

Wollenteit Stellungnahme

Die dünne Bewertung des TÜV Süd

Wollenteit kommt darin u. A. zu folgendem Schluss:

„TÜV SÜD Industrie Service GmbH zukünftig als Sachverständige wegen Befangenheit ausgeschlossen“
[…]
„Als Ergebnis ist festzuhalten: Die TÜV SÜD Industrie Service GmbH darf aufgrund einer klar zu erkennenden Besorgnis der Befangenheit in jedem Fall in der Zukunft keinerlei Aufträge mehr erteilt werden, die im Zusammenhang mit jedwedem künftigen Betrieb (auch Stilllegungsbetrieb) der Atomkraftwerke KKI 2 des Blocks C des KRB II oder sonstigen sicherheitstechnischen Beurteilungen im Kontext mit einer projektierten Laufzeitverlängerung stehen.“

Er führt außerdem aus:

„Dabei soll hier nicht der Frage weiter nachgegangen werden, ob eine Verpflichtung besteht, diese Gutachterin unverzüglich von allen derzeit laufenden Sachverständigenaufgaben nach § 20 AtG abzuziehen, wofür einiges spricht.“

Die „TÜV SÜD Industrie Service GmbH“ ist eine 100% Tochtergesellschaft der „TÜV Süd AG“, genauso wie die „TÜV SÜD Energietechnik GmbH“, die hier vom Umweltministerium regelmäßig beauftragt wird.


BUND legt aktuelle Studie zum Sicherheitszustand der laufenden Atomkraftwerke vor

Eine aktuelle Sicherheitsstudie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt, dass ein Weiterbetrieb aufgrund ungeklärter Sicherheitsfragen nicht genehmigungsfähig ist.

Eine Laufzeitverlängerung würde einen massiven Verstoß gegen Sicherheitsregeln bedeuten, die schon jetzt seit Jahren extrem gedehnt werden.

Zur Studie


Faktenblatt: Atomkraft und die Abhängigkeit von Russland 

Nach Angaben von EURATOM bezog die EU im Jahr 2020 20,2 Prozent des Urans aus Russland, weitere 19,1 Prozent kamen von Russlands Verbündetem Kasachstan. Darüber hinaus bezieht die EU den Rohstoff des Atomzeitalters vor allem aus Niger (20,3 Prozent), Kanada (18,4 Prozent) und Australien (13,3 Prozent) und trägt dort zur Zerstörung der Lebensgrundlagen indigener Völker bei, auf deren Gebiet sich die Uranminen befinden.

Auch die noch laufenden deutschen Atomkraftwerke werden nach Aussagen von PreussenElektra hauptsächlich mit Uran aus Russland und Kasachstan betrieben.

Das von mehreren Umweltverbänden herausgegebene Papier findet sich hier


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Daniel vom Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn