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Neckarwestheim 2: Ausfall einer Not- und Nachk√ľhlkette durch fehlgestellte Armatur

erstellt am: 06.10.2013 • von: Daniel • Kategorie(n): GKN Neckar­westheim, meldepflichtige Ereignisse GKN 2

Am 06.10. wurde vom Betreiber festgestellt, dass eine Armatur im Not-und Nachk√ľhlsystem der Anlage GKN II entgegen der vorgeschriebenen Betriebsstellung noch in ZU-Stellung blockiert (fehlgestellt) war.
GKN II war zum Zeitpunkt des Auftretens des Ereignisses zur Jahresrevision abgeschaltet. In diesem Anlagenzustand war die Fehlstellung sicherheitstechnisch nicht relevant, da gen√ľgend andere Systeme zur Verf√ľgung standen. Sie h√§tte aber im Falle von so genannten sehr seltenen Ereignissen wie zum Beispiel einem Flugzeugabsturz zum Ausfall einer Not-und Nachk√ľhlkette gef√ľhrt.

Der Betreiber hat unverz√ľglich nachdem er die Fehlstellung erkannt hat, den vorgeschriebenen Zustand wieder hergestellt und am n√§chsten Tag das Umweltministerium als zust√§ndige Aufsichtsbeh√∂rde informiert. Die vorl√§ufige Einstufung des Ereignisses erfolgte in der Kategorie N, INES 0.
Nach weiterer Kl√§rung des Sachverhalts unter Hinzuziehung von Sachverst√§ndigen hat der Betreiber das Ereignis inzwischen in die Kategorie E (Eilmeldung ‚Äď siehe auch Erg√§nzende Informationen am Ende dieser Pressemitteilung), INES 0 eingeordnet.

F√ľr eine Anlage in Revision schreiben entsprechende Regelungen in der Genehmigung und im Betriebshandbuch vor, dass die W√§rme aus dem Brennelementlagerbecken und dem Reaktor jederzeit und auch bei sehr seltenen Ereignissen wie zum Beispiel einem Flugzeugabsturz abgef√ľhrt werden kann. Hierzu ist die Anlage deshalb mit verschiedenen Not-und Nachk√ľhlsystem ausgestattet.

Die Fehlstellung der Armatur, die bei Kontrollen zun√§chst nicht erkannt wurde, h√§tte im Fall eines sehr seltenen Ereignisses dazu gef√ľhrt, dass die nach dem Betriebshandbuch vorgesehene Prozedur zur K√ľhlung nicht wie vorgeschrieben h√§tte stattfinden k√∂nnen. Die technischen Voraussetzungen f√ľr eine K√ľhlung √ľber modifizierte und ebenfalls zul√§ssige Fahrweisen waren jedoch zu jedem Zeitpunkt gegeben. Deshalb wird die sicherheitstechnische Bedeutung des Ereignisses als gering eingesch√§tzt.

Das Umweltministerium wird das Ereignis mit dem Betreiber und Sachverst√§ndigen dennoch weiter aufarbeiten. EnBW hat von sich aus hierzu eine umfassende Ereignisanalyse angek√ľndigt. Das Umweltministerium wird die m√∂glicherweise daraus resultierenden Ma√ünahmen dann im Rahmen der Aufsicht umsetzen.

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Quelle: Ministerium f√ľr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-W√ľrttemberg