Energiewende im Praxistest: Atomkraft an die Wand geblasen

erstellt am: 05.02.2012 • von: Daniel • Kategorie(n): Anti-Atom, Energiewende, Photovoltaik, Presse

Engpass im Rekordwinter? Von wegen. Deutschland exportiert Strom, während er im Atomland Frankreich wegen der vielen Elektroheizungen knapp wird.

Solche Tage galten immer als die Nagelprobe f√ľr die Energiewende: Es ist kalt, der Stromverbrauch ist hoch, und der Wind bl√§st kaum. Gleichwohl erweist sich das deutsche Stromnetz derzeit als stabil. „Keine Probleme“, hie√ü es am Freitag √ľbereinstimmend von der Bundesnetzagentur wie auch den √úbertragungsnetzbetreibern. Und zum Wochenende, wenn die Nachfrage nach Strom sp√ľrbar abnimmt, entspannt sich die Situation in der Regel ohnehin.

Weder √ľber au√üergew√∂hnliche Netzengp√§sse noch √ľber einen Mangel an Erzeugungskapazit√§ten konnte die deutsche Stromwirtschaft klagen. Im Gegenteil: Deutschland versorgte gar noch Nachbarl√§nder mit. Selbst in den um diese Jahreszeit kritischsten Stunden von 8 bis 9¬†Uhr und von 18 bis 19 Uhr exportierte Deutschland per saldo Strom. Am Freitagmorgen etwa betrug der Export√ľberschuss 4.000 bis 5.000 Megawatt – das entspricht der Leistung von drei bis vier Atomkraftwerken.

„Im Moment erleben wir eine Situation, die im Vorfeld immer als potenziell kritisch bezeichnet wurde“, sagte eine Sprecherin des √úbertragungsnetzbetreibers Tennet. Die gesamte Stromnachfrage in Deutschland war am Freitagmittag mit rund 70.000 Megawatt hoch, der Wind jedoch lieferte gleichzeitig weniger als 2.000 Megawatt.

Und doch sei die Situation gut beherrschbar, hie√ü es bei Tennet, zumindest solange es keine gr√∂√üeren ungeplanten Kraftwerksausf√§lle gebe. Die von der Netzagentur im Zuge des Atomausstiegs festgelegten Reservekraftwerke habe man noch nicht aktivieren m√ľssen.

Entspannte Transport-Netze

√Ąhnlich entspannt sieht auch die Transportnetze-Sparte der EnBW die gegenw√§rtige Netzsituation, die „im Rahmen der jahreszeitlichen Erwartungen“ liege. Die Systemsicherheit sei „bisher zu jedem Zeitpunkt gew√§hrleistet“ gewesen und dies werde „auf Basis der vorliegenden Prognosen auch f√ľr die n√§chsten Tage erwartet“.

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