Philippsburg 2: Verformtes Brennelement sowie ein gebrochener Brennelement-Zentrierstift

erstellt am: 16.05.2013 • von: Daniel • Kategorie(n): KKP Philippsburg, meldepflichtige Ereignisse KKP 2

Bei der Revision erfolgt vor Entladen der Brennelemente aus dem Reaktorkern eine Sichtpr√ľfung der Kernoberfl√§che mittels einer Unterwasserkamera. Bei der diesj√§hrigen Sichtpr√ľfung im KKP 2 wurde bemerkt, dass der Brennelementkopf eines Brennelementes verformt ist. An der betreffenden Stelle befindet sich eine Bohrung f√ľr einen Zentrierstift, der zum oberen Kernger√ľst geh√∂rt. Dieser Zentrierstift ist abgebrochen.
Es ist davon auszugehen, dass der Zentrierstift nicht in die vorgesehene Bohrung, sondern daneben aufsetzte, dabei der Brennelementkopf verformt wurde und der Zentrierstift abbrach.
Die Brennst√§be wurden teilweise verbogen. Es wurde jedoch keine erh√∂hte Aktivit√§t im K√ľhlwasser gemessen.

Einstufung durch den Kraftwerksbetreiber: Meldekategorie N (Normalmeldung); INES 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Ma√ünahmen des Kraftwerksbetreibers: Der Betreiber erarbeitet zurzeit ein Konzept, um das Brennelement mit dem besch√§digten Kopf, an dem es normalerweise angehoben w√ľrde, aus dem Kern zu entladen.
Alle Zentrierstifte am oberen Kernger√ľst werden mittels Ultraschallpr√ľfung untersucht. Diese Ma√ünahme war schon aufgrund des Meldepflichtigen Ereignisses ‚ÄěBruch von zwei Brennelement-Zentrierstiften im Kernkraftwerk Philippsburg (Block 2)‚Äú vom 2. Juni 2012 f√ľr die diesj√§hrige Revision geplant.

Der Brennelementkopf ist Teil der Struktur des Brennelements und damit f√ľr die W√§rmeabfuhr aus dem Reaktorkern und die Abschaltbarkeit des Reaktors mit zust√§ndig. Da sich das betroffene Brennelement nicht auf einer Position mit Steuerstab befindet, war die Abschaltbarkeit nicht betroffen. Auch die W√§rmeabfuhr aus dem Kern war durch die Verformung nicht beeintr√§chtigt. Insofern ist die sicherheitstechnische Bedeutung des Ereignisses gering. Es ergaben sich keine Auswirkungen auf Personen und die Umwelt.

Quelle: Ministerium f√ľr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-W√ľrttemberg


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