Nach uns das Gift im Grundwasser? Offener Brief an den OB

erstellt am: 27.08.2013 • von: Franz • Kategorie(n): Giftm├╝lldeponie im Salzbergwerk

Gefahrsymbol GiftFr├╝her oder sp├Ąter kann es passieren: Das Salz dichtet den Giftm├╝ll unter Heilbronn und seinen Nachbarorten nicht mehr ab. Da die Gef├Ąhrlichkeit von Giftm├╝ll keine Halbwertszeit kennt, baut sich die Gef├Ąhrlichkeit nicht ab.

Frau C. Banghard-J├Âst aus Heilbronn schrieb nun an den OB und zugleich Aufsichtsratsvorsitzenden der Giftm├╝llbergwerke in Heilbronn, Helmut Himmelsbach, einen offenen Brief:

O f f e n e r   B r i e f

An den Heilbronner Oberb├╝rgermeister

Sehr geehrter Herr Oberb├╝rgermeister Himmelsbach,

viele Menschen in Heilbronn und Umgebung leben in st├Ąndiger Verunsicherung und Angst. Angst davor, vergiftet zu werden, da unter ihren F├╝├čen in den Gruben Heilbronn und Kochendorf der S├╝dwestdeutschen Salzwerke Millionen Tonnen hochgiftiger Abf├Ąlle lagern und t├Ąglich Schiffe, G├╝terz├╝ge und Lastwagen aus ganz Europa Gemische aus toxischen Stoffen in die ausgebaggerten Stollen der S├╝dwestdeutschen Salzbergwerke entleeren. Wie auf der Homepage der UEV zu lesen ist, wurden allein 2012 eine Million Tonnen sog. ÔÇ×Verf├╝llmaterialÔÇť im Versatzbergwerk Kochendorf und 80 000 Tonnen Giftm├╝ll in die Untertagedeponie in Heilbronn gesch├╝ttet. ├ťber 200 ├Ąu├čerst gef├Ąhrliche Stoffe wie z.B. Cadmium, Arsen, Quecksilber, das Seveso-Gift Dioxin usw. lagern bereits im Untergrund. Auch 2292 Tonnen ÔÇ×leichtÔÇť radioaktive R├╝ckst├Ąnde unter anderem aus den Atomkraftwerken Biblis, Gundremmingen, Philippsburg befinden sich in diesen Lagerungsorten. Beunruhigen m├╝sste Sie, Herr Oberb├╝rgermeister, dass in der Wissenschaftssendung ÔÇ×quarksÔÇť (Sendetermin: 2. Juli 2013) Heilbronn als einer der giftigsten Orte Deutschlands bezeichnet wurde.

Eindr├╝cklich haben Frank Dohmen und Barbara Schmid in ihrer Reportage (Der Spiegel 29/13) ├╝ber die Untertagedeponien des Bergbau-Konzerns RAG aufgezeigt, welch gef├Ąhrliche Zeitbomben unter der Erde ticken und wie kurzsichtig diese riskante Art der Einlagerung ist.

Mahnung m├╝ssten Ihnen ebenfalls die Vorf├Ąlle um das marode L├╝gengrab Asse und Gorleben sein.

Salzbergwerke sind als Untertagedeponien nachweislich ungeeignet, besonders Kochendorf, ein Bergwerk, dem eine Reihe von renommierten Wissenschaftlern eine instabile Gebirgsmechanik bescheinigt haben.

Sicherlich kennen Sie als verantwortungsbewusster Aufsichtsratsvorsitzender die Argumente derjenigen, die von einer Giftm├╝lleinlagerung dringend abraten, zumal es schon mehrere Wasser- und Gesteinsabbr├╝che in der Grube Kochendorf gegeben hat.

Da die Stollen so verf├╝llt sind, dass man den Inhalt nicht mehr beseitigen kann, k├Ânnten auf die kommenden Generationen horrende und zeitlich nicht begrenzte Geldsummen f├╝r die Instandhaltung der Giftm├╝lldeponie zukommen. Das schlimmste Szenario w├Ąre, wenn Gifte ins Grundwasser gelangen und den Boden und die Nahrungskette vergiften w├╝rden. Denn dann k├Ânnten schon geringe Mengen dieser Gifte Tausenden Menschen aus Heilbronn und Umgebung das Leben kosten.

Sehr geehrter Herr Himmelsbach, Ihre Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender des Salzbergwerkes Heilbronn und als Oberb├╝rgermeister der Stadt Heilbronn ist es, darauf hinzuarbeiten, dass die Einlagerungen gestoppt und die Deponien einer effektiven Kontrolle unterzogen werden, da Sie geschworen haben, dem Wohle der Stadt zu dienen und Schaden von ihr abzuwenden.

Aus gegebenem Anlass wende ich mich daher an Sie mit der dringlichen Bitte: Sorgen Sie daf├╝r, dass die Ursache des im Fr├╝hjahr in der Heilbronner SWS-Deponie erfolgten Gesteinsabbruchs untersucht und das Ergebnis ├Âffentlich bekannt gemacht wird.

Au├čerdem bitte ich Sie um eine Auskunft. Wie Sie wissen, gerieten im September 2002 in der Deponie Stocamine 1.500 Tonnen Industrieabf├Ąlle in Brand, die von „Experten“ als „nicht brennbar“ deklariert worden waren, darunter Zyanid, Asbest, Arsen sowie chrom- und quecksilberhaltige Substanzen. Das Feuer konnte erst nach zweieinhalb Monaten gel├Âscht werden. Da die els├Ąssische Kalimine laut Expertenbericht vom Juli 2011 als „nicht sicher“ eingestuft wurde, soll Ende 2013 mit der Bergung der giftigen Abf├Ąlle begonnen werden. Die Kaliwerke verhandeln derzeit mit drei Betreibern von Deponien ├╝ber die ├ťbernahme ihres Giftm├╝lls. Verlautbarungen zufolge geh├Ârt das Salzbergwerk Heilbronn zu diesen Verhandlungspartnern. Besteht seitens der „Umwelt, Entsorgung und Verwertung GmbH“ der SWS die Bereitschaft, den Giftm├╝ll aus der Deponie Stocamine zu ├╝bernehmen? Wird der Gemeinderat im Vorfeld der Entscheidung ├╝ber diese Vorg├Ąnge informiert?

In gro├čer Sorge und mit freundlichen Gr├╝├čen

C. Banghard-J├Âst


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